Aus universitären Gründen folgt dieser Konzertbericht leider ein paar Tage zu spät. Ich bitte dies zu entschuldigen.
Am letzten Samstag, den 07.05., war es endlich soweit: Ich konnte meine Top5 endlich vollmachen! Nun habe ich all meine fünf Lieblingsinterpreten live gesehen: Die Smashi
ng Pumpkins, R.E.M., die Decemberists, Coldplay und nun auch endlich Sufjan Stevens! Im Zuge seiner “The Age of Adz”-Tour kam er am letzten Wochenende in den Admiralspalast nach Berlin. Eine perfekte Location für ein Konzert, welches man durchaus auch eine Show bzw. ein Erlebnis nennen durfte. Denn so etwas wie Samstag hatte ich bisher noch nicht erlebt. Aber gut, fangen wir von vorne an.
Der altehrwürdige Admiralspalast bildete wie bereits erwähnt den perfekten Rahmen. Das nun mehr beinahe 140 Jahre alte Gebäude gehört zu den renommiertesten Vergnügungsstätten der Stadt und die zahlreichen Logen und altmodischen Verzierungen im Saal sorgten für eine herrlich historische Atmosphäre. Nach der “Vorband” DM Stith (ein Folk-Künstler, der nur mit seiner Gitarre und ein paar Reverb-Effekten den kompletten Saal zu erfüllen vermochte), betrat auch schon Sufjan Stevens gegen 21 Uhr die Bühne und bereits nach dem ersten Stück “Seven Swans”, dem einzigen Lied, welches während des Hauptsets nicht vom letzten Album “The Age of Adz” bzw. von der letzten EP “All Delighted People” stammte, war das Publikum und so auch ich absolut begeistert. Die an sich recht spärlich instrumentierte Studioversion würde mit E-Gitarren und sonstigem musikalischen Allerlei aufgepeppt und der Song stellte augenblicklich einen frühen Höhepunkt des Abends dar.
Dann wurden das letzte Albums und einige Lieder der letzten EP durchgespielt. Und die Show dazu war wahnsinnig überladen. Zahlreiche Kostüme (u.a. riesige Schwanflügel oder auch einen lustiger Astronautenanzug) trug Sufjan während der Show, dutzende von coolen Lasereffekten, die gänzlich im Gegensatz zum altehrwürdigen Admiralspalast standen und auch sehr schön zu den einzelnen Liedern abgestimmte Kunstfilmchen auf einer riesigen Leinwand hinter der Band sorgten auch für einen optimischen Genuss sondergleichen. Ob diese Farben und das Spektakel nun positiv für die Musik waren, oder eher nicht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich war restlos begeistert. Danach folgten auch meine Lieblingssongs des neuen Albums “I Walked” und “Vesuvius”, die in ihren Live-Versionen noch einmal ein Stück druchvoller waren, als auf der Platte. Speziell bei “Vesuvius”, als nach einem Soundgewitter der Extraklasse auf einmal nur noch eine mittelalterliche Flöte blieb, die eine wehmütige, traurige Melodie spielte, konnte ich die ein oder andere Träne der Rührung nicht mehr zurückhalten.
Dann, gegen Mitte des Sets, erklärte Sufjan mithilfe einer kleinen Slideshow das Konzept hinter seinem aktuellen Album: Es basiert auf der Kunst des amerikanischen Outsider-Künstlers Royal Robertson, der schizophren wurde und in diesem Zustand comicähnliche Kunstwerke über Liebe, Schmerz und das Ende der Welt schuf. So konnte man nun auch die teilweise wirklich durchgeknallten Showeinlagen zu den Songs erklären, spiegelten sie doch nur das verrückte, nicht nachvollziehbare Weltbild des Royal Robertson wider.
Die Hauptsetliste endete mit dem 25 Minuten langen “Impossible Soul”, einem Song, der aus zahlreichen Einzelsongs besteht und der von disko-ähnlichem Getanze über melancholischem Lauschen bis zu lässigem Fußwippen nahezu alles für das nun beinahe extatische Publikum bietete. Dann, während der Zugabe, spielte Sufjan “endlich” drei seiner Klassiker vom Album “Illinois”. Von mir aus hätten es noch mehr seiner herausragenden Folk-Songs sein können, aber ein Künstler ist nun mal keine Jukebox und sein aktuelles Material ist natürlich genauso klasse. “Concerning the UFO Sightning near Highland, Illinois” performte Sufjan alleine am Klavier, “John Wayne Gacy Jr.” über den gleichnamigen Serienmörder rührte auch in der Liveversion. Aber ein weiteres Highlight hatte er sich natürlich bis zum Schluß aufgehoben: “Chicago”, der Rausschmeißer des Abends, brachte den Saal noch einmal dazu, das Tanzbein zu schwingen und unter einer riesigen Menge Luftballons und Konfetti endete der Abend, der sich sicherlich auch bald in meine Top5 meiner Lieblingskonzerterlebnisse einsortieren wird. Ich freue mich bereits jetzt auf Sufjans nächsten Besuch in Deutschland, aber dieses Mal soll er sich bitte nicht fünf Jahre Zeit lassen.
PS: Für Fotos war an diesem Abend leider keine Zeit. Ich war einfach zu gebannt und wollte nichts auf der Bühne verpassen. Zumal die Lichtverältnisse nun wirklich nichts für meine miese Handykamera waren. Wer Bilder sehen möchte, schaut einfach hier.









yll und Mr. Hyde - eine viktorianische Schauergeschichte im Jahre 2010, und das mitten im Ruhrpott. Was waren das für zwei unterschiedliche Halbzeiten? Die ersten 45 Minuten waren erschreckend schwach aus schwarzgelber Sicht: Nur ein Torschuß und 45 Minuten Dauerdruck mitsamt zahlreicher guter Torgelegenheiten der Leverkusener. Gottseidank traf Derdiyok kurz vor der Halbzeit nur den Außenpfosten. Und gottseidank fand Jürgen Klopp in der Halbzeitpause die richtigen Worte. Denn das Blatt wendete sich: Nun waren die Leverkusener die Mannschaft, die hinten in der eigenen Spielhälfte unter Dauerdruck das Tor zu verteidigen hatte. Und der BVB war gestern eindeutig kaltschnäuziger: Barrios erzielt wie aus dem Nichts das 1:0 und nur wenige Minuten später (wie es sich für einen Panther gehört) wetzte er noch einmal seine Klauen und schlug zum 2:0 zu. Leverkusen war geschockt und lag wie ein angeschlagener Boxer am Boden. Bayer konnte sich keine wirklichen Chancen mehr erspielen; allenfalls ein schöner Schuß aus 20 Metern vom eingewechselten Kroos wußte etwas Gefahr auszustrahlen. Dann aber, kurz vor Schluß, konnte der ebenfalls eingewechselte Rangelov mit dem 3:0 den Entstand herstellen. Der BVB hat gelernt keine 1:0-Siege mehr ins Ziel zu zittern, sondern durch weitere Tore jegliche Fragen nach einer Niederlage im Keim zu ersticken.
n den Werbepausen durfte man sich die Füße vertreten und es wurden Einspieler aus dem Casting für “USFO” gezeigt, so dass die Zeit immer recht schnell vorüberging.
gestrigen Samstag. Das Westfalenstadion war nahezu ausverkauft und die Vorzeichen ließen auch Gutes erwarten: Gladbach stabil mit guten Leistungen auf dem 12. Rang, der BVB nach vier Niederlagen in fünf Spielen zum Siegen verdammt.
















