Cash Car Star – Music, Movies 'n' More

It all depends on how you look at it; we're either half way to heaven or half way to hell.

Album: Dead Man’s Bones – Dead Man’s Bones 30. März 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:50 vormittags

Das sind meine absoluten Lieblingssituationen: Es ist ungefähr 23 Uhr, man sitzt noch ein wenig am Laptop und klickt sich ein wenig durch Youtube-Videos, Last.fm und plattentests.de, immer auf der Suche nach neuer Musik. In den meisten Fällen ist die Suche eher erfolglos, doch was ich vor ein paar Tagen beim Durchklicken eines ominösen Youtubekanals entdeckte, haute mich regelrecht vom Hocker. Dort hatte ein User von einer mir bis dato unbekannten Band namens “Dead Man’s Bones” verschiedene eigene Musikvideos erstellt, unterlegt mit düsteren Bildern von Friedhöfen, Spukhäusern und gruseligen Hafenstädten. Ich sag nur soviel: Und genauso hört sich diese Musik an. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Bei “Dead Man’s Bones” handelt es sich um das Bandprojekt von Ryan Gosling und Zach Shields. Ja, genau, der Ryan Gosling; der Hollywood-Schauspieler, bekannt aus Filmen wie “Lars und die Frauen”, “Wie ein einziger Tag” oder “Blue Valentine”. Schauspieler, die sich als Sänger versuchen? Das kann ja nicht gut gehen, mag man denken. Aber dem ist in diesem Fall offensichtlich natürlich nicht so. Ryan Gosling hat mit seinem Projekt eine einzigartige, verquere Musik geschaffen, die ihren Platz im Kuriositätenkabinett der Musikgeschichte sicher hat. “Dead Man’s Bones” klingt wie eine Mischung aus den ruhigen, schwerfälligen Tönen von Grizzly Bear, der Indie-Rock-Attitüde von Arcade Fire, dem dunklen Gothic-Folk von Black Heart Procession und der niedlichen, Indie-Kindermusik von Karen O and the Kids; und das alles mit einem völlig eigenen und einzigartigen Touch.
Das selbstbetitelte Debutalbum hat mir schlichtweg die Sprache verschlagen. Vor meinem inneren Auge sehe ich beim Hören dieses Albums Kinder in einer amerikanischen Vorstadt in den 50er Jahren in gruseligen Kostümen mit den Worten “Trick or Treat” von Haustür zu Haustür wandern. Ich sehe grinsende Zeichentrickskelette auf einem Friedhof von Grab zu Grab tänzeln. Und ich sehe den Totengräber, wie er sich auf einem Erdhaufen neben einem ausgehobenen Grab von der getanen Arbeit ausruht. “Dead Man’s Bones” ist das vielleicht düsterste Album, was ich jemals gehört habe, jedoch ohne dabei auch nur eine einzige Spur depressiv zu sein. Beim Hören breitet sich ein wohliger Grusel aus und man fühlt sich an seine eigene Zeit als schreckhaftes Kind erinnert, was wahrscheinlich auch an den zahlreichen Kinderchören in den Songs liegt, die neben so mannigfaltigen Instrumenten wie Gitarre, Klavier, Orgel, Akkordeon und herrlich schrägen Synthies, für eine großartige Atmosphäre sorgen. Es ist schwierig einzelne Lieder hervorzuheben, haben doch allesamt ihren eigenen Charme und verfügen alle über wunderschöne Melodieführungen. Aber ich probiere es trotzdem einmal: “In the Room Where You Sleep” wird sicherlich in einer Indie-Disko für Zombies gespielt (wenn es so etwas geben würde), “Lose Your Soul” klingt wie das letzte Wehklagen vor dem letzten Atemzug und das hochgradig Gänsehaut erzeugende “Buried In Water” ist nichts weiter als die Vertonung der Farbe Schwarz. Man möchte beinahe weinen, jedoch nicht vor Melancholie oder Traurigkeit, sondern vor Freude, weil man Ryan Goslings Musikprojekt entdeckt hat.
“Dead Man’s Bones” hat nicht einen Schwachpunkt; ich wüßte nicht, was man verbessern könnte. Endlich mal wieder ein schlichtweg perfektes Album! Es setzt die richtigen Popakzente hier und da, ohne die nötige Verrückheit und die eigene Handschrift zu vernachlässigen. Es ist dunkel, fröhlich, abwechslungsreich, verzweifelt, hoffnungsvoll, klassisch, anders. Wieder einmal spreche ich eine Hörempfehlung aus: An alle Menschen da draußen, die dies hier lesen (Ja, genau. Ich meine euch beide!): Hört dieses Album!

Erscheinungsdatum: 09.10.2009
Anspieltipps: In The Room Where You Sleep, Buried In Water, My Body’s A Zombie For You, Lose Your Soul
Hörproben: http://www.myspace.com/deadmansbones
Bewertung: 10/10

 

Album: Sufjan Stevens – The Age of Adz 17. März 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:24 vormittags

Sufjan Stevens ist einer meiner absoluten Lieblingskünstler in Sachen Indie- und Folk-Rock. Daher folgt die Rezension zu seinem aktuellen Album “The Age of Adz” auch erst beinahe ein halbes Jahr nach seinem Releasedatum im Oktober letzten Jahres. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen und dementsprechend enttäuscht war ich auch nach den ersten Hördurchläufen. Doch dazu gleich mehr.
Sufjan Stevens ist schon ein besonders arbeitswütiger Zeitgenosse. Sein letztes reguläres Studioalbum lag beim Release von “The Age of Adz” bereits schon ein paar Jahre zurück, genauer gesagt 5. In der Zwischenzeit veröffentlichte er eine B-Side-Collection, ein Weichnachtsalbum und eine orchestralische Oper über einen Highway in New York. Doch meine Lieblingsmusik machte er mit seinen akustischen Alben über die beiden US-Bundesstaaten Michigan und Illinois. Schade, dass sein Bundesstaatenprojekt (jedem US-Bundesstaat ein Album) nur ein Gag, zu gerne hätte ich ein ganzes Album über Massachusetts, Washington oder Ohio gehört. Aber gut, man soll nicht in der Vergangenheit leben und daher fand ich das Thema seines aktuellen Albums auch sehr interessant: Er beschäftigt sich hier mit dem Leben und den Werken des amerikanischen Künstlers Royal Robertson, der im Laufe seines Lebens schizophren wurde und den Weltuntergang kommen sah. Genauso hören sich die Songs von “The Age of Adz” auch an: Bedrohliche Streicher, laute Knallbeats und düstere Orgeln prägen das Bild. Das Album ist Stevens bisher elektronischstes. Dies war auch der Grund, warum mir den Einstieg so schwer fiel. Ich erwartete und erhoffte mir wieder zahlreiche leise, ruhige Songs mit Gitarre und Banjo (das typische Sufjan-Instrument, das ich sogar wegen seiner ersten Alben selbst zu lernen begann). Das war natürlich ein großer Fehler und so konnten die ersten Hördurchgänge nur schief laufen. Künstler entwickeln sich weiter, so auch Sufjan Stevens.
Dann, vor ca. 2 Wochen war, es endlich soweit. Mit kleinen Vorbehalten aufgrund seines aktuellen Albums besorgte ich mir Tickets für sein Konzert im Mai im Admiralspalast in Berlin. Nach dem Studieren der Setlists seiner letzten Konzerte in den USA war mir natürlich klar, dass die meisten von ihm gespielten Songs von “The Age of Adz” stammen werden. Und so hörte ich mir das Album noch einmal an. Und was soll ich sagen: Plötzlich, an einem schönen Tag im März 2011 machte es “Klick”! Aber wie! Was für ein unglaubliches Album ist ihm da gelungen? Und auch seine typischen Melodien sind nach wie vor zu finden, nur ein wenig zwischen Elektrobeats und Synthies versteckt. Hier hat Sufjan Stevens seine besten Songs veröffentlicht: “I Walked” mit seinem knarrzenden Beat und den prächtigen, elektronischen Verschrurbeltheiten ist ein Disco-Knaller im Schafspelz. Besonders die weiblichen Chöre lassen den Song in ungeahnte Höhen steigen, man fühlt sich, als würde man in der Stratosphäre über der Erde schweben. Der Titeltrack “Age of Adz” ist so abwechslungsreich, wie ein Song nur sein kann, die zahlreichen Synthies und Instrumente, die sich zu Beginn des Songs anheben, fühlen sich an wie Explosion eines Comicbuches aus den 50er Jahren. Und dann ist da noch “Vesuvius”, vielleicht der beste Song, den Sufjan Stevens jemals geschrieben hat: Klavier, Akustikgitarre, Frauenchöre und mittelalterliche Pfeifinstrumente unterstreichen Sufjan Stevens Ambitionen: Ein großartiges Stück Kunst zu erschaffen. Und das ist ihm mit “The Age of Adz” gelungen. Ein Album, dass sich nicht sofort erschließt, aber man sollte nicht aufgeben. Irgendwann macht es dann bei jedem “Klick”.

Erscheinungsdatum: 12.10.2010
Anspieltipps: I Walked, Age of Adz, Vesuvius, Impossible Soul
Hörproben: auf Youtube
Bewertung: 9/10

 

Album: R.E.M. – Collapse Into Now 9. März 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 3:20 nachmittags

Drei Jahre sind nunmehr vergangen seit dem Release des letzten Albums einer meiner absoluten Lieblingsbands: “Accelerate” von R.E.M. gefiel mir damals im März 2008 sehr gut, einige Lieder mehr, andere Lieder weniger. Das große Problem des Albums war die Halbwertszeit, hörte ich doch einige Monate später nur noch meine Lieblingssongs des Albums, während die zahlreichen, lauten Rocker von “Accelerate”, die zwar ganz nett sind, immer weiter in Vergessenheit gerieten. Welches Schicksal dem aktuellen Album “Collapse Into Now” bevorsteht, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Doch nun zum Ist-Zustand des neuen Albums:
Kurz: “Collapse Into Now” ist mindestens das beste Album der Band seit “Reveal”, wenn nicht sogar seit “New Adventures in Hi-Fi” (was nicht bedeutet, dass die anderen Alben seit 1996 schlecht gewesen sind; im Gegenteil!). Es gibt wenig Füllmaterial, das Album ist abwechslungsreich und auch an typischen R.E.M.-Melodien fehlt es nicht im geringsten. “CIN” ist die Kulmination der besten R.E.M.-Zutaten: Laute Gitarren, melancholische Akustikinstrumente, ein paar schöne elektronische Frikeleien, wunderbare Texte und teilweise schwelgerische Gesangslinien. Dennoch ist “CIN” weit entfernt von bloßer Reproduktion schon bekannter R.E.M.-Zutaten; die Band klingt frisch und neu, ohne sich jedoch neu definzieren zu müssen. Nach beinahe 30 Jahren müssen sich R.E.M. als eine der größten Rockbands und Alternativ-Veteranen nichts mehr beweisen.
“Discoverer” ist ein perfekter Opener mit krachender, stadiontauglicher E-Gitarre. “Oh My Heart” ist eine Ode an New Orleans und mit seinem herzergreifenden Refrain und dem melancholischen Akkordeon einer der besten Songs der Platte. “Blue” ist vielleicht der interessanteste Song des Albums aufgrund seines von Michael Stipe vorgesprochenen, predigtartigen Textes und der wunderschönen Melodie, die Gastsängerin Patti Smith, ganz wie im Klassiker “E-Bow the Letter”, zum Besten gibt. Der absolute Übersong (haha!) des Albums ist aber natürlich “Überlin”, ein Song über das Leben einer melancholischen Person in einer Metropole und sein Gefühl sich trotz der zahlreichen Menschen allein zu fühlen und seiner Suche nach dem Sinn des Lebens. Nicht nur aufgrund des Titels, der mich als Neuberliner natürlich besonders anspricht, ist “Überlin” einer der besten Songs, die R.E.M. jemals geschrieben haben und nun sicherlich mindestens in meiner persönlichen Top 10.
Klar, zündet nicht jeder Song gleich gut: Bei “All the Best” suche ich vergeblich eine Melodie, “It Happened Today” fehlen einfach ein paar zusätzliche Lyrics. Dennoch ist R.E.M. mit “Collapse Into Now” wieder einmal ein Meisterstück gelungen und ich hoffe, dass die Gerüchte um ein Ende der Band wirklich nur Gerüchte bleiben. Auf weitere 30 Jahre!

Erscheinungsdatum: 04.03.2011
Anspieltipps: Überlin, Oh My Heart, Blue
Hörproben: http://www.amazon.de/Collapse-Into-Now-Digipak-M/dp/B004G5ZXVQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1299675743&sr=8-1
Bewertung: 9/10

 

Album: PJ Harvey – Let England Shake 21. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:00 vormittags

In den ersten Monaten des letzten Jahres wartete ich vergeblich auf gute bis sehr gute Alben aus meinen bevorzugten Musikgenres. Erst nach drei Monaten konnte Melissa auf der Maur meine Musikflaute beenden. Dieses Jahr stellt sich jedoch ein wenig anders da: Bereits die Decemberists und Bright Eyes haben hervorragende Alben veröffentlicht. Und nun steht PJ Harvey mit ihrem nun mehr achten Studioalbum “Let England Shake” ebenfalls vor der Tür.
Behttp://consequenceofsound.net/wp-content/uploads/2010/11/let-england-shake1-260x260.jpgreits an dem Vorgänger “White Chalk” liebte ich die düstere Verschrobenheit und die wohle Unbehaglichkeit der einzelnen Songs. Und genau in dieses Fahrwasser schlägt auch ihr neues Album ein. Die Instrumentierung der Lieder ist sehr abwechlungsreich und zu meiner Freude sehr akustisch gehalten, ohne großartige Elektrofrickeleien, wie Radiohead sie ja gerade mit ihrem neuen Album praktizieren, mit dem ich nebenbei gesagt noch nicht so klar komme. Aber gut, dazu an anderer Stelle mehr. Auch die sehnsuchtsvollen und teilweise beinahe melodramatischen Melodien stechen dem Hörer bereits nach einem Hördurchgang sofort ins Ohr. Im Zentrum des Albums steht aber eindeutig, wie der Albumtitel bereits suggeriert, das Heimatland PJ Harveys: England. “Let England Shake” ist eine einzige Anklage und voll von böser Ironie. “Goddamn’ Europeans! Take me back to beautiful England.” in dem hervorragenden “The Last Living Rose” ist nur eins der zahlreichen Beispiele. Des Weiteren ist “Let England Shake” auch eine Art Rede zur Lage der britischen Nation, die sich in den Kriegen im Nahen Osten und politischen und sozialen Querelen im Inneren mehr und mehr ausgezehrt hat. “Our lands is ploughed by tanks and feet.” singt sie im mit Kriegstrompeten gespickten “The Glorious Land”. Trotzdem sollte man nicht den Fehler begehen und glauben, dass PJ Harveys neues Album einzig und allein politisch motiviert ist und ständig den Zeigefinger erhebt. Nein, die düstere, wenn auch glücklicherweise nicht gänzlich hoffnungslose Musik steht auch weiterhin im Mittelpunkt. Das fröhlich-beschwingte “Written on the Forehead” und das groovige “The Words that Maketh Murder” sind nur zwei weitere Songs der beinahe durchgängig hervorragenden Platte. Auch wenn zur Mitte von “Let England Shake” ein minimales, kleines Tief für meine Ohren zu erkennen war, so ist PJ Harvey aktuelles Album mein momentan größter Favorit auf den Titel “Bestes Album 20111″.

Erscheinungsdatum: 11.02.2011
Anspieltipps: Let England Shake, The Last Living Rose, All and Everyone
Hörproben: http://www.myspace.com/pjharvey
Bewertung: 9/10

 

Album: Bright Eyes – The People’s Key 9. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 3:08 nachmittags

Ein weiterer bisher leider auf meinem Blog sträflich vernachlässigter Künstler ist Conor Oberst bzw. sein hochinteressantes Projekt “Bright Eyes”. Leider muss ich gestehen, dass ich mich bis zu diesem Zeitpunkt nicht besonders ausgiebig mit der Songgeschichte des ehemaligen Wunderkindes aus Nebraska beschäftigt habe. Das heißt, dass ich bisher nur die bekanntesten Sachen kenne. Einzig sein letztes Album “Cassadaga” habe ich relativ ausgiebig gehört, gefiel mir jedoch nhttp://www.hurricanebar.de/wp-content/uploads/2011/01/brighteyes_shellgames.jpgicht vollständig.
Deswegen bin ich eher zufällig vor einigen Tag auf den Stream seines neuen Albums “The People’s Key” auf Youtube (Link siehe unten) gestoßen. Was mir bereits bei seinen früheren Werken aufgefallen ist, wird auch auf Obersts neustem Werk fortgesetzt: So benutzt er oftmals locker, beschwingte Melodien, um mit einem kryptischen, beinahe völlig unverständlichen, aber nicht minder berührenden Text, die großen philosophischen Fragen der Menschheit oder aber auch die tiefgehendsten Gefühle zu besingen. Dies hat natürlich zum Vorteil, dass sich die Melodien relativ schnell im Gehörgang festsetzen. Und dann kann man sich näher mit den Lyrics beschäftigen. Oberst macht es dem Hörer nicht leicht, aber diverse Schlagworte weisen darauf hin, dass, wie auch beim Vorgänger Liebe, Gott und der Teufel und Tod im Vordergrund stehen. Musikalisch hat sich jedoch ein bisschen etwas geändert, ist der Sound von Bright Eyes nun bei weitem nicht mehr so folkig und Americana-lastig, sondern eher elektronisch – von Synthies, Elektrodrums bis hin zu krachigen E-Gitarren. Dies steht den Melodien aber hervorragend!
Das Album beginnt mit einem Monolog eines alten Mannes – vielleicht einer dieser fanatischen Priester aus dem Mittleren Westen der USA? Dieser spricht von merkwürdigen Dingen wie Hitler, Superuniversen und reptilienartigen Gottheiten aus der sumerischen Zeit. Völlig verrückt also. Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen, ist doch bereits der erste Song “Firewall” ein Knaller, der noch am ehesten an “Cassadaga” in seiner ruhigen, spärlich instrumentieren Art erinnert. Die nächsten Highlights folgen auf dem Fuß: “Shell Games” ist ein mit Drumbeats unterlegter Mitsingkracher, wenn nicht der Text so schwermütig wäre. Auch “Jejune Stars” hört sich an wie aus der Indie-Disko von nebenan, zusätzlich garniert mit einer herrlichen E-Gitarre. Die Mitte des Albums stellt für mich ein kleines Tief dar, können die drei mittleren Songs mich doch nicht vollständig überzeugen. Doch zum Ende wird wieder Fahrt aufgenommen: Die Piano-Ballade “Ladder Song” ist einer der berührendsten Songs des noch kurzen Jahres und “One For You, One For Me” ist ebenfalls ein beschwinger Song, den man sich sehr gut als Rausschmeißer am Ende eines Bright Eyes-Konzertes vorstellen kann.
Fazit: Ein wirklich hervorragendes Album, das trotz kleiner Hänger in der Mitte zu den Top-Alben des diesjährigen Jahres gehören wird. vielleicht muss ich mir diese Songs ja noch ein paar Mal häufiger anhören, aber nichtsdestotrotz ist mir “The People’s Key” eine dringende Empfehlung für alle Alternativ Rock-Fans und Freunde nachdenklicher Musik wert!

Erscheinungsdatum: 15.02.2011
Anspieltipps: Shell Games, Jejune Stars, Ladder Song
Hörproben: Album-Stream auf Youtube
Bewertung: 8/10

 

Album: The Decemberists – The King is Dead 2. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:06 vormittags

Wow, es ist auch schon wieder beinahe zwei Jahre her, dass die Decemberists ihr letztes Album „The Hazards of Love“ auf den Markt brachten. Und was für ein unglaubliches Album ist es auch heute noch? Damals habe ich es schon in meiner Kritik abgefeiert und auch heute liebe ich es noch abgöttisch, auch wenn die Storylastigkeit dieses Magnum Opus ein eher seichtes, passives Hören der CD vhttp://prettymuchamazing.com/wp-content/uploads/2011/01/The_Decemberists_-_The_King_Is_Dead.jpgerbietet. Ich fragte mich schon damals: Was soll da bitte noch kommen?
Tja, diese Frage stellten sich Colin Meloy und Co offensichtlich auch, denn in Sachen Progressivität, Größenwahn (im positiven Sinne!) und Detailreichtum konnten sie „The Hazards of Love“ sicherlich nicht mehr überbieten. Was liegt da näher, als sich auf seine Wurzeln zu besinnen und wieder etwas bodenständiger zu werden? Gesagt, getan, klingt das neue Album „The King is Dead“ weitaus zurückhaltender. Es ist ein durch und durch akustisches Album, das seinen amerikanischen Ursprung nicht verleugnen kann, sind doch, wie bei keinem anderen Decemberists-Album zuvor, die Einflüße aus dem Country-Genre unüberhörbar. Auch der altbekannte Seemanns-Schunkelrythmus rückt etwas in den Hintergrund, die Decemberists anno 2011 sind weitaus „gechillter“ und mehr „laid back“, wie die Amerikaner sagen.
Im Zentrum des Albums steht daher wohl neben der Akustikgitarre die Mundharmonika. Sie sorgt für diese typische sommerliche Stimmung, die nur irgendwo in der Sommerhitze des Mittleren Westens entstehen kann. Der Gute Laune-Song „Don’t Carry It All“ ist ein guter Einstieg. Das darauf folgende Lied „Calamity Song“ ist ein weiterer Hinweis auf die Wurzeln der Band und eine ihrer größten Einflüße: R.E.M. Nicht umsonst ist Peter Buck, der Gitarrist von R.E.M., mit seiner charakteristischen Gitarre an mehreren Songs auf „The Kings is Dead“ beteiligt. Zu den weiteren Highlights zählen ganz eindeutig „Rox in the Box“, das dem Seemannschanty und dem grandiosen Text (über Bergarbeiter in einer verdreckte, alten Mine) der früheren Decemberists am nächsten kommt, und „Down By The Water“, welches man bereits letztes Jahr im November kostenlos auf der Bandseite herunterladen konnte und abermals wie eine Kreuzung aus typischem Decemberists-Sound und R.E.M. der 80er Jahre klingen. Das einzige, was mir bei den Songs, dir mir eigentlich alle sehr, sehr gut fallen, etwas fehlt, ist, dass die Melodien dieses Mal dem Hörer nicht sofort ins Ohr springen; bei einigen Liedern wie „All Arise“ oder „Dear Avery“ muss man sie erst suchen, bevor man dem großen, akustischen Hörerlebnis frönen kann, welches das neue Decemberists-Album auf jeden Fall ist.
„The King is Dead“ ist eigentlich ein absolutes Sommeralbum und wird seine Wirkung wohl erst in den warmen und heißen Monaten des Jahres so richtig entfalten. Dies konnte den Erfolg des Albums in den USA jedoch nicht stoppen, landeten die Decemberists doch in den Billboard-Charts ihr erstes Nummer 1-Album. Meinen herzlichsten Glückwunsch an dieser Stelle!

Erscheinungsdatum: 14.01.2011
Anspieltipps: Don’t Carry It All, Rox in the Box, Down By The Water
Hörproben: http://www.myspace.com/thedecemberists
Bewertung: 8,5/10

 

Album: Guster – Ganging Up On The Sun 9. Oktober 2010

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 12:45 nachmittags

Es ist doch immer wieder schön. Man hat ein wenig Freizeit und schaut sich im Internet nach neuen Bands um. Youtube, LastFM oder Seiten wie Plattentests.de sind mir schon immer eine gute Hilfe gewesen, um neue Bands zu finden. Doch beinahe genauso zuverlässig sind Filmsoundtracks. Bands wählen für Filmsoundtracks ihre potentiell besten, ohwurmlastigsten Songs aushttp://lardt09.files.wordpress.com/2010/10/61jdxdh7q8l.jpg?w=161&h=161, damit auch Menschen, die die Band nicht kennen, aber gerne Filme schauen, eventuell Interesse an der Band finden. So ist es bei mir schon unzählige Male passiert, das letzte Mal bei einer Band namens Guster auf dem Soundtrack des Filmes “Mein Kind vom Mars” mit John Cusack und Amanda Peet.
Die Band Guster kommt aus Boston und ist eine typisch amerikanische College-Rock-Band, deren Sound von Album zu Album immer eigenständiger und interessanter wurde. Als erste Referenz zu ihrer Musik fallen mir Bands wie Nada Surf oder Death Cab for Cutie ein, trotzdem sind Guster vor allen Dingen dank der markanten Stimme des Sängers Ryan Miller keineswegs in eine Schublade mit den zuvor genannten Bands zu stecken.
Eins der besten Alben der Band ist vor mittlerweile über vier Jahren erschienen und meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit Zugang zu Guster zu finden. Es trägt den Titel “Ganging Up on the Sun” und wird von einer leichten Melancholie und einem noch größeren Optimismus getragen. Zu den besten Songs gehören auf jeden Fall das Lied auf dem Soundtrack von “Mein Kind vom Mars”, “Satellite” (Gusters “Satellite” >>>>>> Lena M.L.s “Satellite”), die schöne Single “Manifest Destiny” und mein persönliches Highlight “One Man Wrecking Machine”, eine Ode an die eigene Schulzeit und die Tatsache, dass früher doch immer alles besser war.
“Ganging Up on the Sun” und Guster sind allen Musikfreunden ans Herz gelegt, die eine fröhlich-beschwingte Band suchen, um im drohenden Herbst nicht vollends von der Melancholie übermannt zu werden.

Erscheinungsdatum: 20.06.2006
Anspieltipps: Satellite, Manifest Destiny, One Man Wrecking Machine
Hörproben: http://www.myspace.com/guster
Bewertung: 8/10

 

Album: Arcade Fire – The Suburbs 23. August 2010

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 2:59 nachmittags

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich wieder einmal überwinden konnte, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Die letzten Wochen waren recht ereignisreich von der universitären Seite gesehen; daher muss ich meine abermalige, längere Abwesenheit leider einfach nur mit Zeitmangel begründen.

Heute gibthttp://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/f/f7/Arcade_Fire_-_The_Suburbs.png es zur Abwechslung mal wieder ein neues musikalischen Kleinod, welches zu meiner großen Überraschung sogar Einzug in die deutschen Charts fand (und das sogar auf Platz 4!): Das neue Album des kanadischen Musikerkollektives Arcade Fire mit dem schönen Namen “The Suburbs”.
Um es kurz zu fassen: Arcade Fire sind mit diesem Album nicht nur eine meiner neuen Lieblingsbands geworden, sie haben nun einen neuen Status erreicht, der sie aus den Indie-Gefilden in den Mittelpunkt der Musikwelt katapultierte. Ich warte nur auf die ersten Stimmen von den sogenannten “Indie-Hipstern”, die sich nun von der Band abwenden mit der Begründung “Jetzt hört ja jeder Arcade Fire, jetzt sind die ja total uncool.” Mark my words…
Aber nun zum weitaus Wichtigeren: Die Musik. Im Vergleich zum sehr folkigen, “Turn of the Century”-artigen ersten Album “Funeral” und dem schwierigen, eckigeren “Neon Bible” wenden sich Arcade Fire mit ihrem dritten Album den 80er Jahren zu. Das nach wie vor folkige Grundgerüst wird angereichtet mit Synthies, typischen 80s-Gitarren und Melodien die beispielsweise an David Bowie oder Blondie erinnern. Lieder wie der namensgebende Titelsong “The Suburbs”, das in den hellsten Farben der Neonlichter einer Stadt bei Nacht leuchtende “Half Light II (No Celebration)” und “Sprawl II (Mountains Beyond Mountains” mit seiner bittersüßen Melodie und der besten Frauenstimme in der momentanen Rockmusik gehören zu den besten Liedern der letzten Jahre.
Diese sehr ohrwurmlastige Musik ist die Grundlage für die Geschichte des Albums: Die Rückkehr eines vor längerer Zeit Weggezogenen in seine Heimat, die Vororte einer Großstadt, und die Veränderungen, die die in den Erinnerungen goldige Vergangenheit an diesem Ort beträchtlich zerstören. So ist Arcade Fire ein sehr melancholisches Album gelungen, das an seinen düstersten Stellen jegliche Hoffnung auf Besserung in diesen Vororten im Keim ersticken lässt.
Eigentlich lohnt es sich mittlerweile gar nicht mehr, dass ich auf meinem Blog die von mir besprochenen Filme, CDs mit Punkten bewerte, da ich meist sowieso nur über Dinge schreibe, die mir gefallen. Trotzdem vergebe ich nun Punkte: Arcade Fire ist mit “The Suburbs” ihr bestes Album gelungen und in der Hoffnung, dass sie sich mit ihrem nächsten Album noch steigern können, gibt es von mir 9,5/10 Punkte für ein eigentlich perfektes Album, das vielleicht um ein oder zwei Lieder zu lang geraten ist.

Erscheinungsdatum: 02.08.2010
Anspieltipps: The Suburbs, Half Light II (No Celebration), Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)
Hörproben: http://www.myspace.com/arcadefireofficial
Bewertung: 9,5/10

 

Top 10: Meine Lieblingssongs von Radiohead 5. Juli 2010

Einsortiert unter: Alben,Songs — Lardt @ 3:42 nachmittags

Nach längerer universitär und Fußball-WM begründeter Abstinenz auf meinem Blog mhttp://www.alternativefanpage.de/bilder/radiohead.jpgöchte ich mal wieder eine kleine musikalische Liste veröffentlichen. Dieses Mal geht es um eine der wahrscheinlich größten Bands der letzten 20 Jahre: Radiohead. Auch ich bin der Gruppe aus Oxford um Frontmann Thom Yorke verfallen und liebe ihren unbeschreibbaren und unkatalogisierbaren Mix aus geschätzen 75 Musikstilen. Glücklicherweise werden Radiohead ca. im nächsten halben Jahr ein neues Album herausbringen auf das ich heute natürlich schon sehr gespannt bin.Die Wartezeit darauf werde ich mir nun mit dieser kleinen Liste verkürzen. Also, los gehts!

10. “Paranoid Android” (OK Computer, 1997)

Eigentlich handelt es sich bei “Paranoid Android” um drei Lieder in einem, die alle auch nur für sich stehen könnten. Der Song ist ein guter Einstieg in meine Liste und zeigt in ca. sechseinhalb Minuten was Radiohead so auf dem Kasten haben: Schräge Melodien, rockende Riffs und schimmernde Akustikgitarren.

09. “Lucky” (OK Computer, 1997)

Ein weiterer Song von meinem absoluten Lieblingsalbum der Band aus dem Jahre 1997. Zunächst mochte ich diesen Song nicht besonders, da ich die Melodie nicht so einprägsam fand. Dann habe ich irgendwann ein Live-Cover von R.E.M. von diesem Song gehört und meine Meinung drehte sich um 180 Grad: “Lucky” ist Radiohead at their best in einer Mischung aus Resignation und Überschwänglichkeit.

08. “How To Disappear Completely” (Kid A, 2000)

Einer der langsamen, nur auf einigen wenigen Akkorden ruhenden Songs, die an Eindringlichkeit und Gänsehaut nicht zu überbieten sind. Für den “Casual Listener” passiert in diesem Lied wahrscheinlich absolut nichts, aber sobald man sich in den Soundsphären von “How To Disappear Completely” verliert,  kommt man auch nich mehr so schnell wieder heraus und möchte, ganz wie der Songtitel es schon vorschlägt, einfach nur vollständig in ihnen verschwinden.

07. “There There” (Hail to the Thief, 2003)

“The song that got me into Radiohead.” Als ich “There There” und sein merkwürdiges Video in einem Wald, mit düsteren Krähen und Mensch gewordenen Waldtieren das erste Mal sah, hatte ich noch nie etwas von Radiohead gehört. Auch wenn der Song keinen Refrain hat, war ich von ihm und dem düsteren Psycho-Videoclip absolut fasziniert und wollte mehr von der Band wissen. “There There” wird also in meiner Musik-Hör-Geschichte immer einen wichtigen Platz inne haben.

06. “Where I End and You Begin” (Hail to the Thief, 2003)

Eigentlich stehen “Where I End and You Begin” und “There There” auf der selben Stufe, da sie sich erstens in der Schnelligkeit und Grundstimmung (düster, düster, düster) sehr ähneln und zweitens auch auf dem gleichen Album sind. Dennoch gefällt mir “Where I End and You Begin” einen Tacken besser.

05. “Street Spirit (Fade Out)” (The Bends, 1995)

Mein erstes Album von Radiohead (“The Bends”) ist auch gleichzeitig nach “Reveal” von R.E.M. das erste Album, was ich mir abseits von Bravo Hits und Konsorten jemals gekauft habe. Und besonders angetan hat es mir “Street Spirit”, ein absoluter Bandklassiker. Einerseits liebe ich diesen Song so abgöttisch, andererseits hasse ich: Grund dafür ist, dass man aufgrund seiner deprimierenden, verzweifelten Atmosphäre nach dem Hören für die nächste Zeit erst einmal völlig weggetreten ist…

04. “Karma Police” (OK Computer, 1997)

“Karma Police” ist wahrscheinlich der Brit-poppigste Song, den Radiohead jemals gemacht haben. Dazu ist der Songtext völlig verrückt: Thom Yorke singt hier von Kühlschränken, Radios, Mathematik und Mädchen mit Hitlerfrisuren. Trotzdem ist der Song der wahrscheinlich größte Ohrwurm der Band und reiht sich natürlich auch aus diesem Grund weit vorn in meine Liste ein.

03. “Reckoner” (In Rainbow, 2007)

Der Hammerriff, der sich durch den gesamten Song schlängelt hat es mir einfach angetan. Und dazu der hohe Falsett-Gesang von Thom Yorke. Hach, was für ein grandioser Song. Lieder wie “Reckoner” von ihrem (noch) aktuellen Album “In Rainbow” beweisen, dass Radiohead es auch nach Jahrzehnten noch voll drauf haben und lassen die Erwartung, aber auch die Vorfreude auf das neue Album ins Unermeßliche steigen.

02. “Black Star” (The Bends, 1995)

Mein erster Lieblingssong von Radiohead. Noch sehr noisig, noch sehr Alternativ-Rock-lastig. Doch schon damals mit ihrem zweiten Album konnten Radiohead die Rock-Musik der 90er zusammen mit Bands wie R.E.M., Smashing Pumpkins, Oasis, etc. formen. “Black Star” hat eine bittersüße Melodie und krachige Gitarren und noch heute zählt der Song zu meinen absoluten Lieblingen der Band. Naja, laut dieser Liste ist er anscheinend sogar mein Zweit-Lieblingssong.

01. “Climbing Up The Walls” (OK Computer, 1997)

Meine Number 1. Kein anderer Song fasst das, was Radiohead ausmacht, so gut zusammen, wie “Climbing Up The Wall”: Düsternis, Versagensangst, Bedrohung, Panik. Der Song ist inspiriert durch Thom Yorkes Erfahrungen in einer Nervenheilanstalt, einen Artikel in der New York Times über einen Serienkiller und der kindlichen Angst vor dem Monster im Kleiderschrank. Und genauso hört sich “Climbing Up The Walls” auch an. Ein hoch verdienter Platz 1!



 

Album: Eddie Vedder – Music for the Motion Picture Into the Wild 20. Mai 2010

Einsortiert unter: Alben,Filme — Lardt @ 9:10 nachmittags

Heute stelle ich mal wieder ein weiteres, gerade von mir entdecktes, musikalisches Kleinod vor. Eigentlich bin ich nicht so der großartige Pearl Jam-Fan, habe bisher auch nur ihr Debütalbum “Ten” ein paar Mal gehört. Die Melodien haben leider nicht so wirklich Klick gemacht bei mir. Trotzdem brannte sich mir die unglaubliche Stihttp://www.rockaction.it/e107_themes/4xA_005/images/classifica/2010/eddie_vedder_into_the_wild.jpgmme des Leadsängers Eddie Vedder sofort ins Gehirn. Und nicht nur bei Vedders Hauptband ist seine Stimme eine der Stärken, auch bei seinem ersten Soloalbum, dem Soundtrack für den Film “Into the Wild” aus dem Jahre 2007. In der wirklich hervorragenden Verfilmung des Leben des Christopher McCandless, einem viel versprechendem Highschool-Schüler, der nach seinem Abschluß einfach aus der amerikanischen Gesellschaft aussteigt und mit seinem gesparten Geld eine Tour quer durch die Wildnis Nordamerikas macht, nimmt Eddie Vedders Musik eine sehr prominente Rolle ein: Wann immer Christopher McCandless, klasse gespielt von Emile Hirsch, durch die karge, heiße Wüste von South Dakota, an den steilen Felsenwänden des Colorado Rivers oder durch die waldige Tundra von Alaska wandert, passt die Musik von Eddie Vedder wie die Faust aufs Auge. Sie ist dabei wie die Vertonung des Lebensgefühls einfach die Alltagssorgen und die streßige Arbeitswelt hinter sich zu lassen und sich einfach nur noch auf die Natur und die kleinen Dinge des Lebens rückzubesinnen. Dabei ist die Musik sehr vielseitig: Akustikgitarre und Ukulele sind genauso vertreten wie Orgel, E-Gitarre und Banjo. Die Lieder sind alles andere als so krachig und grungig wie bei Vedders Hauptband, sie sind melancholisch und meistens sehr leise und zurückhaltend; im Mittelpunkt steht aber immer die bereits angesprochene, altbekannte Stimme des Pearl Jam-Sängers. Meine Favoriten sind das brütende “Long Nights”, der überschwängliche Ukulelensong “Rise” und der Titelsong des Films “Hard Sun”. Die einzige Schwäche des Albums ist seine Länge: Es ist mit knapp 29 Minuten wirklich sehr kurz.
“Music for the Motion Picture Into the Wild” ist allen Fans von Pearl Jam zu empfehlen, aber auch all denjenigen, die nach Musik suchen, die tiefsinnig ist und die es ihnen erlaub zumindest einmal in Gedanken die Arbeit niederlegen und durch die Weiten Alaskas wandern zu können.

Erscheinungsdatum: 18.09.2007
Anspieltipps: Long Nights, Rise, Hard Sun
Hörproben: http://www.myspace.com/intothewildmovieeddievedder
Bewertung: 8,5/10


Heute stelle ich mal wieder ein weiteres, gerade von mir entdecktes, musikalisches Kleinod vor. Eigentlich bin ich nicht so der großartige Pearl Jam-Fan, habe bisher auch nur ihr Debütalbum “Ten” ein paar Mal gehört. Die Melodien haben leider nicht so wirklich Klick gemacht bei mir. Trotzdem brannte sich mir die unglaubliche Stimme des Leadsängers Eddie Vedder sofort ins Gehirn. Und nicht nur bei Vedders Hauptband ist seine Stimme eine der Stärken, auch bei seinem ersten Soloalbum, dem Soundtrack für den Film “Into the Wild” aus dem Jahre 2007. In der wirklich hervorragenden Verfilmung des Leben des Christopher McCandless, einem viel versprechendem Highschool-Schüler, der nach seinem Abschluß einfach aus der amerikanischen Gesellschaft austeigt und mit seinem gesparten Geld eine Tour quer durch die Wildnis Nordamerikas macht, nimmt Eddie Vedders Musik eine sehr prominente Rolle ein: Wann immer Christopher McCandless, klasse gespielt von Emile Hirsch, durch die karge, heiße Wüst von South Dakota, durch die verwinkelten Stromschnellen des Colorado Rivers oder die waldige Tundra von Alaska wandert, passt die Musik von Eddie Vedder wie die Faust aufs Auge. Sie ist dabei wie die Vertonung des Lebensgefühls einfach die Alltagssorgen und die streßige Arbeitswelt hinter sich zu lassen und sich einfach nur noch auf die Natur und die kleinen Dinge des Lebens zu besinnen. Dabei ist die Musik sehr vielseitig: Akustikgitarre und Ukulele sind genauso vertreten wie Orgel, E-Gitarre und Banjo. Die Lieder sind alles andere als so krachig und grungig wie bei Vedders Hauptband, sie sind melancholisch und meistens sehr leise und zurückhaltend; im Mittelpunkt steht aber immer die bereits angesprochene, altbekannte Stimme des Pearl Jam-Sängers. Meine Favoriten sind das brütende “Long Nights”, der überschwängliche Ukulelensong “Rise” und der Titelsong des Films “Hard Sun”
“Music for the Motion Picture Into the Wild” ist allen Fans von Pearl Jam zu empfehlen, aber auch all denjenigen, die nach Musik suchen, die tiefsinnig ist und die es ihnen erlaub zumindest einmal in Gedanken die Arbeit niederzulegen und durch die Weiten Alaskas zu wandern.
 

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.