Cash Car Star – Music, Movies 'n' More

It all depends on how you look at it; we're either half way to heaven or half way to hell.

Intern: Mein neuer Foto-Blog auf tumblr.com – http://ueberlin.tumblr.com 27. Februar 2011

Einsortiert unter: Intern,Sonstige — Lardt @ 1:01 nachmittags

Heute gibt es mal einen Hinweis in eigener Sache. Gestern habe ich entweder aus purer Langeweile oder aus künstlerischem Streben (ich weiß es selbst noch nicht so genau) einen kleinen Foto-Blog auf tumblr.com erstellt. Wenn man schon in Berlin, einer der aufregendsten Städte Europas, wohnt, kann man sich doch auch ein wenig kreativ betätigen. Daher trägt der Foto-Blog den Titel “I’m Chasing Überlin”, nach einem Song auf dem kommenden, neuen Album von R.E.M.
Ich habe mich bei der Wahl der Platform des Blogs für tumblr entschieden, also für die Form des Mikrobloggings. Doch nicht nur Fotos wird man auf dem Blog finden, vielleicht auch Videos, kleine Texte oder Audiodateien; und auch nicht zwingend mit Berlin-Bezug. Mal sehen, wohin der Weg führt. Also, die Adresse des Blogs lautet wie folgt:

 

http://ueberlin.tumblr.com

 

http://www.stuffiti.com/wp-content/uploads/2008/12/tumblr_logo.png

 

Top 15: Meine Lieblingssongs von R.E.M. 26. Februar 2011

Einsortiert unter: Songs — Lardt @ 8:00 vormittags

Eine weitere Liste. Diese steht ganz im Zeichen der von mir am sehnlichsten erwarteten musikalischen Neuerscheinung des Jahres 2011: Der neuen Platte von R.E.M., “Collapse into Now”, die am 04. März in Deutschland erscheinen wird. Die Wartezeit möchte ich mir ein wenig damit verkürzen, indem ich mir einfach mal bewusst darüber werde, welche Songs von der vielleicht einflußreichsten Band der letzten 30 Jahre mir am besten gefallen.
Keine leichte Entscheidung, bei 14 Alben und zahllosen weiteren Veröffentlichungen. Dennoch versuche ich mich nun einmal daran. Weniger als 15 Lieder konnte es aber leider nicht sein…

15. “Let Me In” (Monster, 1994)
Los geht es mit einem Song von dem vielleicht am wenigsten geliebten Album meinerseits, “Monster”. Die Tatsache, dass von diesem Album trotzdem ein Song in meiner Liste erscheint, zeigt wie gut es trotz allem im Vergleich zu anderer Musik ist. “Let Me In” ist ein krachender, mit motorsägenartigen Gitarren gespickter Trauergesang für den kurz zu vor verstorbenen Kurt Cobain. Einfach bewegend.

14. “The Lifting” (Reveal, 2001)
“The Lifting” ist ein gutes Beispiel für R.E.M.s dritten Frühling: Waren sie zunächst das schlechte Gewissen Amerikas irgendwo aus den Südstaaten und später die größte Band der Welt, sind sie mit diesem zurückhaltenden, elektronisch angehauchten Song der große Onkel, der dem Außenseiter in der Schule auf die Schulter klopft und ihm sagt “Ist schon ok.”.

13. “Swan Swan H” (Lifes Rich Pageant, 1986)
Ohne diesen Song wären meiner Meinung nach spätere Bands wie Neutral Milk Hotel oder die Decemberists nicht möglich gewesen. “Swan Swan H” handelt vom amerikanischen Bürgerkrieg und scheint mit seiner 12-saitigen Gitarre und dem Akkordeon auch geradewegs aus dieser Zeit zu stammen. Mein absolutes Lieblingslied auf dem hervorragenden Album aus meinem Geburtsjahr!

12. “So Fast, So Numb” (New Adventures in Hi-Fi, 1996)
Das letzte Album mit dem ehemaligen Drummer Bill Berry. Und hier gibt er noch einmal alles. Kaum ein R.E.M.-Song rockt härter und schreit dem Hörer so entgegen: “Nicht mit mir!”. Dabei ist es ganz erfrischend, dass die R.E.M. der 90er sich weniger mit Politik und der Lage der amerikanischen Nation beschäftigen, sondern eher mit alltäglicheren Sachen wie Liebe, Hoffnung oder Versagensangst.

11. “Low” (Out of Time, 1991)
“Low” stammt von dem Album, welches R.E.M. den Durchdruch bescherte. Dabei ist es wohl der unscheinbarste, leiseste, aber auch dunkelste Song des Albums. Wieder einmal habe ich keinen blaßen Schimmer, worüber Michael Stipe hier eigentlich singt. Aber es ist einfach nur bewegend: “I skipped the part about love, it seemed so silly and low”. Achja, das ist der Soundtrack für Nerds und Außenseiter.

10. “It’s the End of the World as We Know it (And I Feel Fine)” (Document, 1987)
Der erste R.E.M.-Song, den ich außerhalb der unvermeidlichen (aber immer noch guten) Single “Losing My Religion” für mich entdeckte. Schuld war der Film “Independence Day”, in dem er ganz am Anfang beim Erstkontakt mit den Aliens gespielt wird. Der wilde Song mit dem wirren, Stream-of-Conscienceness-artigen Text ist auch heute noch ein gern gesehener Gast auf den Setlists von R.E.M.-Konzerten.

09. “Sponge” (How the West was Won and Where it Got Us- Single, 1996)
“Sponge” ist ein Lied, welches wahrscheinlich kaum ein Mensch jemals gehört hat. Dabei handelt es sich um ein Cover eines akustischen Songs des leider mittlerweile verstorbenen Singer-Songwriter Vic Chesnutt. R.E.M. nehmen stattdessen eine harte E-Gitarre in die Hand und der Song hört sich mit seinem kryptischen Text nichtsdestotrotz so an, als würde Michael Stipe nun die Apokalyspe beschwören. Gespenstisch!

08. “We Walk” (Murmur, 1983)
“We Walk” stammt vom allerersten R.E.M.-Album, gefühlt aus grauer Vorzeit. Der Sound von R.E.M. ist noch viel zurückhaltender, die Texte noch verrückter und unentzifferbarer. Michael Stipe singt hier mit einer bittersüßen Melodie von Treppenstufen, Wäldern und der französischen Revolution. Wie passt das zusammen? Ich kann es wirklich nicht sagen, aber “We Walk” ist einfach ein Knallersong.

07. “Fascinating” (Reveal Outtakes, 2001)
Dieser Song ist niemals regulär erschienen, er tauchte nur irgendwann bei Youtube auf. Schade, dass er es nicht auf “Reveal” geschafft hat, er ist eine der schönsten Balladen, die die Band jemals geschrieben hat. Beim Hören von “Fascinating” fühlt man sich irgendwie ins Weltraum versetzt, vielleicht auf eine Mondbasis, wie sie sich die Menschen in den 50er Jahren vorgestellt haben. Ein traumhafter Song.

06. “I’ll Take The Rain” (Reveal, 2001)
Weiter geht es mit den Balladen. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass dies Zach Braffs Lieblings-R.E.M.-Song sein soll. Ja, “I’ll Take The Rain” ist Futter für die Nerds des 21. Jahrhunderts. Bittersüße Melancholie breitet sich über der vielleicht schönsten Akustikgitarre der R.E.M.-Geschichte aus, aber ohne jemals ins Depressive abzugleiten. Das ist R.E.M.s ganz große Stärke.

05. “Find the River” (Automatic for the People, 1992)
Ein weiterer zutiefst bewegendster Song, der trotz seiner exaltierten Stelle auf dem Album (er ist Album-Closer), für mich irgendwie immer etwas in den Hintergrund gerät. Gottseidank erhielt er in der aktuellen Ausgabe des Rolling Stone das Prädikat “Bester R.E.M.-Song”. Für mich gibt es zwar noch ein paar minimal bessere, aber die Unterschiede sind so gering. Man kann fast sagen, “Find The River” ist auf Platz 1.5.

04. “Be Mine” (New Adventures in Hi-Fi, 1996)
“Be Mine” ist vielleicht der offensichtlichste Love-Song, den die Band aus Athens jemals geschrieben hat. Und vielleicht auch der poetischste, gleicht er doch fast einem Liebesgedicht. Das Besondere ist aber, dass R.E.M. genauso wenig das Wort “Love” benutzen, als dass sie in seichte Gewässer abrutschen. “Be Mine” lebt von seiner hervorragenden E-Gitarre mit dem tollen Riff und der schmachtenden Melodie.

03. “Drive” (Automatic for the People, 1992)
“Drive” ist vielleicht das gruseligste und spookigste Lied von R.E.M. Michael Stipe gibt einen Abgesang der Jugend und besingt abermals den Untergang der Gesellschaft. Die Streicher im Hintergrund scheinen direkt aus dem Vorhof der Hölle zu stammen und Stipes Stimme hebt sich brütend und sinister in den Vordergrund. Der Höhepunkt ist dann schließlich der Einsatz der E-Gitarre. Ein Übersong.

02. “Falls to Climb” (Up, 1998)
“Up” war das erste Album als Trio und das hört man ihm an. Es ist voll von Selbstzweifel und besingt zahlreiche gescheiterte Charaktere. Doch um was es in dem elektronischen, hoffnungsvollen und doch so niederschlagenden “Falls to Climb” genau geht, habe ich wieder einmal nicht verstanden. Doch das ist völlig egal. Der Song ist zutiefst bewegend und nach jedem Hören bin ich niedergeschlagen und hoffnungsvoll zu gleich. Ein Traum.

01. “Country Feedback” (Out of Time, 1991)
Das ist er, mein Lieblingssong. Auch er ist mit seiner Akustik-Gitarre, die immer wieder die gleiche Akkordfolge wiederholt, dem coolen, titelgebenden Country Feedback und dem fehlenden Refrain eher unscheinbar. Doch Michael Stipes Moritat über das Scheitern einer Liebe und sein schmachtendes “It’s crazy what you could have had” bringen mich jedes Mal fast an den Rand der Tränen. R.E.M., ihr seid einfach die Besten!

 

TOP 5: Die besten Filme, die in einer Psychiatrie spielen 24. Februar 2011

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Heute gibt es mal wieder eine nette, kleine Liste. Dieses Mal beschäftigt sie sich mit einem häufig und gerne von Hollywood verwendeten Thema: Der Psychiatrie. Es gibt kaum ein Filmgenre, das sich noch nicht mit diesem Ort auseinander gesetzt hat. Am häufigsten jedoch ist die Psychiatrie ein hervorragender Handlungsort für Dramen und Horrorfilme. Dennoch haben sich in meine mit fünf Filmen recht kleine Liste auch eine Art Komödie und ein Coming-of-Age-Feel-Good-Movie geschlichen. Also, los gehts.

Platz 5: “Veronika beschließt zu sterben” (2009)
Die erfolgreiche, aber von ihrem Leben gelangweilte und deswegen depressive Veronika beschließt, sich selbst umzubringen. Sie schluckt Tabletten und wacht am nächsten Tag in einer Nervenklinik auf. Dort erfährt sie, dass sie aufgrund der Überdosis Spätfolgen davongetragen hat und deswegen nur noch wenige Zeit zu leben hat. Sie freundet sich mit dem Insassen Edward an und die beiden beschließen aus der Klinik zu fliehen.
Die Hauptrolle in diesem bewegenden Drama spielt keine Geringere als Sarah Michelle Gellar, die dem Filmfan wohl eher noch aus ihren Teenager-Rollen in Vampirserien und Horrofilmen in Erinnerung ist. Daher waren meine Erwartungen an den Film und auch an die schauspierischen Fähigkeiten der Hauptdarstellerin doch relativ gering. Dies mag wohl nur einer der zahlreichen Gründe dafür sein, dass ich von diesem Film mehr als begeistert war. Sarah Michelle Gellar spielt ihre Rolle absolut überzeugend und sie beweist abermals, dass man Seriendarsteller nicht nur auf ihre Serienrollen beschränken sollte. Auch die Rolle des Arztes wird superb von David Thewlis, dem Remus Lupin aus “Harry Potter”, dargestellt. Das i-Tüpfelchen war schließlich die Art der Verwendung des grandiosen Songs “Everything in its Right Place” von Radiohead. Also, wer die Chance hat, sollte sich den Film ansehen!
8/10

Platz 4: “Shutter Island” (2010)
Während des Kalten Krieges werden der US Marshal Teddy Daniel, gespielt von Leonardo di Caprio, und sein Partner Chuck Aule nach Shutter Island geschickt, um herauszufinden, wie es einer mehrfachen Mörderin gelingen konnte, aus dem sehr gut gesicherten Ashecliffe Hospital zu fliehen. Der peitschende Wind und der ständig aufkommende Regen verleihen der Insel ein eigenes, düsteres Flair, was Teddy Daniel dazubringt nicht nur möglichst schnell den Fall lösen zu wollen, sondern auch über seine eigene Vergangenheit nachdenken zu müssen.
Bei diesem Film besteht höchster Spoiler-Alarm, deswegen werde ich mich bei der Inhaltsangabe nur auf diese wenigen Worte beschränken. Leonardo di Caprio, der vielleicht größte Filmstar unserer Zeit, spielt seine zwiegespaltene Rolle perfekt und die Atmosphäre, die Martin Scorsese in “Shutter Island” schafft ist absolut fesselnd. Trotz der Laufzeit von beinahe zweieinhalb Stunden vergeht der Film wie im Nu. Dabei ist der Film eher ein Thriller, als ein Horrorfilm und setzt nur zwischendurch auf einige wenige Schockmomente. Der größte Schockmoment ist allerdings der große Twist am Ende, der dazu einlädt, den Film gleich noch einmal zu schauen. Die Buchvorlage habe ich nicht gelesen und kann daher nichts dazu sagen, ob “Shutter Island” eine gute Buchverfilmung ist. Ich kann jedoch sagen, dass er auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Suspense-Fans wert ist.
8/10

Platz 3: “I’m a Cyborg, but that’s OK” (2006)
Dies ist ein Film, von dem ich keine Ahnung mehr habe, wie ich auf ihn gestoßen bin. Ich denke, ich hatte damals in unserer Fernsehzeitung von ihm in einem Artikel über die besten, gegenwärtigen asiatischen Filme gelesen. Und gottseidank habe ich “I’m a Cyborg, but that’s OK” dann schließlich auch gesehen. Was für ein verrückter Film ist das bitte? Young-gun ist überzeugt davon, ein Cyborg zu sein. Sie sitzt in einer koreanischen Psychiatrie und glaubt mit technischen Gegenständen wie Getränkeautomaten und Lampen reden zu können. Hier trifft sie auf Il-sun, der davon überzeugt ist, anderen Menschen ihre Fähigkeiten stibitzen zu können.
Dies ist die Ausgangssituation des Filmes. Er ist dabei eine Mischung aus Drama, Liebes- und Actionfilm. Es ist sowohl einerseits beinahe amüsant, aber doch wieder zutiefst traurig für was sich Young-gun hält. Immer wieder stellt sie sich vor, wie sie mit ihrem Cyborg-Körper in der Nervenheilanstalt Amok läuft und das gesamte Personal tötet. Diese Szenen sind ganz schön blutig, aber glücklicherweise gibt es ja noch die herzerwärmenden Szenen zwischen Young-gun und Il-sun. Die beiden nähern sich zunehmend an und gewinnen ihr gegenseitiges Vertrauen. “I’m a Cyborg, but that’s OK” zeigt wieder einmal, dass man sich auch mal abseits von Hollywood und deutschen Filmen a la Til Schweiger nach Filmen umschauen sollte.
8,5/10

Platz 2: “Einer flog über das Kuckucksnest” (1976)
Der Klassiker. Und Jack Nicholson in einer seiner besten Rollen. McMurphy steht vor Gericht. Er wird schuldig gesprochen. Da er keine Lust auf den Knast hat, gibt er sich als unzurechnungsfähig aus und wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Doch hier ist es auch nicht viel besser: Die bösartige Stationsschwester ist brutal und menschenverachtend und schüchtert ihre Patienten täglich ein. Wer nicht ihren Anweisungen folgt, wird mit Elektroschocks dazu gbracht. Doch McMurphy lässt sich dies nicht bieten und erklärt der Stationsschwester den Krieg.
Jack Nicholson war Ende der 70er Jahre, Anfang der 80er in seiner absoluten Hochzeit und hat für seine Rolle als McMurphy völlig zu recht einen Oscar gewonnen. Aber auch die anderen Darsteller wie Danny de Vito oder der hervorragende William Redfield, der den “Häuptling”, einen wortkargen, stillen Indianer spielt, ragen allesamt hervor. Der Film gehört objektiv gesehen wahrscheinlich zum besten, was dieses Medium zu bieten hat, auch wenn er es nur in meine Top 75 schafft (Es gibt nun mal sooo viele bessere Filme, meiner Meinung nach). Aber nicht umsonst wurde der Film in zahlreichen Simpsons-Episoden parodiert. Das schaffen nur die besten und größten Filme aller Zeiten. Überhaupt sollte der Film in den Lehrplan von deutschen Schulen aufgenommen werden, damit schon jedes kleine I-Dötzken (= Erstklässler) das debile, gruselige, böswillige Grinsen von Jack Nicholson kennenlernen kann. Also, an alle, die diesen Filmklassiker noch nicht gesehen habe: Anschauen!
9/10

Platz 1: “It’s Kind of a Funny Story” (2010)
Und hier ist er, wieder einmal ein Überraschungssieger und Underdog. “It’s Kind of a Funny Story” ist ein amerikanischer Independent-Film der Extraklasse, der im letzten Jahr seine Premiere auf dem Sundance-Filmfestival in Utah gefeiert hat. Die Handlung ist schnell erzählt und sticht nicht wirklich aus allen anderen Psychiatrie-Filmen hervor: Der depressive und selbstmordgefährdete Teenager Craig weist sich selbst in eine Psychatrie ein. Dort trifft er auf zahlreiche Mitpatienten, die ihm dabei helfen sein Leben zu verändern. So, das ist schon die Synopsis.
Doch die an sich sehr dunkle und melancholische Thematik wird in “It’s Kind of a Funny Story” so herzerwärmend und lustig erzählt, dass beim Schauen des Films bestimmt keine Traurigkeit aufkommt. Allen voran sorgt natürlich die tragische Figur Bobby dafür; herrlich komisch gespielt von Zach Galifianakis (aus Hangover), aber auch die zahlreichen Nebencharakter bringen den Zuschauer zum lachen. Man lacht jedoch nicht über sie, sondern mit ihnen. Ein weiteres klares Highlight ist natürlich auch Emma Roberts, die in diesem Film nur ansatzweise zeigt, was sie schauspielerisch auf dem Kasten hat. Man darf gespannt sein, was da von ihr noch so kommen mag in den nächsten Jahren. Aber auch die sehr gute Leistung von Keir Gilchrist, dem Darsteller des Craig, sollte noch einmal explizit Erwähnung finden.
Alles in allem ist “It’s Kind of a Funny Story” ein hervorragender Film, der den Zuschauer, anders als viele andere Filme, die in Psychiatrien oder Nervenheilanstalten spielen, mit einem guten und optimistischen Gefühl zurück lässt. Handwerklich und filmhistorisch gesehen mag “Einer flog über das Kuckucksnest” besser sein, aber dennoch hat mich “It’s Kind of a Funny Story” weit mehr berührt und sich so den ersten Platz in diesem Ranking redlich verdient!
9/10

 

Album: PJ Harvey – Let England Shake 21. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:00 vormittags

In den ersten Monaten des letzten Jahres wartete ich vergeblich auf gute bis sehr gute Alben aus meinen bevorzugten Musikgenres. Erst nach drei Monaten konnte Melissa auf der Maur meine Musikflaute beenden. Dieses Jahr stellt sich jedoch ein wenig anders da: Bereits die Decemberists und Bright Eyes haben hervorragende Alben veröffentlicht. Und nun steht PJ Harvey mit ihrem nun mehr achten Studioalbum “Let England Shake” ebenfalls vor der Tür.
Behttp://consequenceofsound.net/wp-content/uploads/2010/11/let-england-shake1-260x260.jpgreits an dem Vorgänger “White Chalk” liebte ich die düstere Verschrobenheit und die wohle Unbehaglichkeit der einzelnen Songs. Und genau in dieses Fahrwasser schlägt auch ihr neues Album ein. Die Instrumentierung der Lieder ist sehr abwechlungsreich und zu meiner Freude sehr akustisch gehalten, ohne großartige Elektrofrickeleien, wie Radiohead sie ja gerade mit ihrem neuen Album praktizieren, mit dem ich nebenbei gesagt noch nicht so klar komme. Aber gut, dazu an anderer Stelle mehr. Auch die sehnsuchtsvollen und teilweise beinahe melodramatischen Melodien stechen dem Hörer bereits nach einem Hördurchgang sofort ins Ohr. Im Zentrum des Albums steht aber eindeutig, wie der Albumtitel bereits suggeriert, das Heimatland PJ Harveys: England. “Let England Shake” ist eine einzige Anklage und voll von böser Ironie. “Goddamn’ Europeans! Take me back to beautiful England.” in dem hervorragenden “The Last Living Rose” ist nur eins der zahlreichen Beispiele. Des Weiteren ist “Let England Shake” auch eine Art Rede zur Lage der britischen Nation, die sich in den Kriegen im Nahen Osten und politischen und sozialen Querelen im Inneren mehr und mehr ausgezehrt hat. “Our lands is ploughed by tanks and feet.” singt sie im mit Kriegstrompeten gespickten “The Glorious Land”. Trotzdem sollte man nicht den Fehler begehen und glauben, dass PJ Harveys neues Album einzig und allein politisch motiviert ist und ständig den Zeigefinger erhebt. Nein, die düstere, wenn auch glücklicherweise nicht gänzlich hoffnungslose Musik steht auch weiterhin im Mittelpunkt. Das fröhlich-beschwingte “Written on the Forehead” und das groovige “The Words that Maketh Murder” sind nur zwei weitere Songs der beinahe durchgängig hervorragenden Platte. Auch wenn zur Mitte von “Let England Shake” ein minimales, kleines Tief für meine Ohren zu erkennen war, so ist PJ Harvey aktuelles Album mein momentan größter Favorit auf den Titel “Bestes Album 20111″.

Erscheinungsdatum: 11.02.2011
Anspieltipps: Let England Shake, The Last Living Rose, All and Everyone
Hörproben: http://www.myspace.com/pjharvey
Bewertung: 9/10

 

Movie: The King’s Speech 18. Februar 2011

Einsortiert unter: Filme — Lardt @ 1:32 nachmittags

Inhalt: Albert, Herzog von York und zukünftier König George VI., Nachfolger des britischen Königs George V., hat ein großes Problem: Aufgrund seiner Nervosität bei Ansprachen beginnt er ständig zu stottern, so dass seine Reden zu einem Fiasko werden. Nach zahlreichen erfolglosen Therapien wendet sich Alberts Ehefrau Elizabeth an den Sprachtherapeuten Lionel, der mit seiner unorthodoxen Art, aber auch nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten es schafft, dass der Thronfolger sich ihm öffnet und sich seine Sprachprobleme von Sitzung zu Sitzung merklich bessern. Doch dann marschiert Hitler in Polen ein und der nun zum König gekrönte Albert muss nun beweisen, dass er mit seinem neu dazugewonnen Selbstbewusstsein für sein Volk einstehen kann.

Bewertung: “The King’s Speech” beruht, wie man sich bereits denken kann, auf wahren Begebenheiten. Anders als bei vielen anderen Historienfilmen, in denen die Charaktere sehr unnahbar und weit entrückt erscheinen, beginnt man schon in der ersten Filmszene mit Albert mitzufühlen. Auch die anderen Charaktere, wie die spätere Queen Mum, die von Helena Bonham Carter gespielt wird, und der überaus sympathische Lionel, famos dargestellt von Geoffrey Rush, wachsen dem Zuschauer schnell ans Herz. Nichtsdestotrotz verdient sich natürlich Colin Firth in der Rolle als George VI. das größte Lob: In höchster Verletzlichkeit, aber trotzdem großartiger Würde stellt er den König herausragend dar. Colin Firth hat sich mit dieser Rolle augenblicklich in die TOP 5-Liste meiner Lieblingsschauspieler katapultiert.
Und auch sonst haben es die Engländer einfach drauf. Sie wissen, wie man auf den ersten Blick vielleicht recht langweilige und ranzige Historienstoffe spannend verfilmt, so dass auch Zuschauer, die vielleicht mit der Thematik nicht so vertraut sind oder sogar noch niemals ein Geschichtsbuch außerhalb der Schule in der Hand hatten, Gefallen finden können. Dafür ist “The King’s Speech” ein hervorragendes Beispiel. Nun bleibt mir nur noch die Daumen gedrückt zu halten, damit der Film auch in etwas einer Woche bei den Oscar-Verleihungen in Los Angeles entsprechend gewürdigt wird. Also, wieder einmal eine dringende Empfehlung für alle Filmfans. “The King’s Speech” hätte den Oscar “Bester Film” definitiv verdient.

The King’s Speech (UK, 2010)
Regie: Tom Hopper; Cast: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter
IMDb-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt1504320/
Bewertung: 9/10

 

Nerdvana: Die 10 besten Musiktitel aus Computerspielen 12. Februar 2011

Einsortiert unter: Nerdvana — Lardt @ 8:00 vormittags

Mit diesem Artikel weihe ich eine neue Kategorie auf meinem Blog ein: Nerdvana. Alles, was normalerweise kein Nerd wagen würde, in der Öffentlichkeit laut auszusprechen, aber dennoch an Awesomeness und Großartigkeit überzulaufen droht. Also, wann immer ich Lust habe einen Blogeintrag über meine Lieblings-Star-Wars-Figuren, die lustigsten Sprüche von Sheldon Cooper, PhD oder die besten Zeichentrickserien der 90er Jahre zu schreiben, wird dies an dieser Stelle veröffentlicht.
Die neue Rubrik möchte ich mit einer kleinen Liste einleiten: Meine Lieblingsmusiktitel von Computerspielen. Heute bin ich kein Zocker mehr, habe ich den Gamecontroller doch so ca. im Jahre 2001 an den Nagel gehängt. Hin und wieder wage ich noch ein kleines Spielchen, aber einige Computerspiele und vor allen Dinge ihre Musik erinnern mich an eine sehr glückliche Jugendzeit, so stammen die meisten der folgenden Titel aus den 90er Jahren. In diese Liste aufgenommen wurden nur Lieder, die eigens für ein Computerspiel geschrieben wurden. Ein „Song 2“ von Blur, das damals bei FIFA 98 im Intro gespielt wurde, hat in dieser Liste nichts verloren.

Platz 10: Age of Empires – Dawn of a New Age (1997)
Los geht es mit einem Spiel, dass mich nachhaltig beeinflußt hat: Nicht nur Indiana Jones brachte mich dazu, Archäologie zu studieren, sondern auch das grandiose “Age of Empires” war ein Grund dafür, dass ich mich für antike Kulturen zu interessieren begann. Wann immer ich diesen Song höre fühle ich mich zurückversetzt ins Jahr 2938 v. Chr., als die Zivilisation noch in den Kinderschuhen steckte und man bei “AoE” Beeren sammeln, Gazellen jagen und mit zwei Keulenschwingern ganze Dörfer zerlegen konnte. Ach, was war das schön.

Platz 09: Commander Keen 4: Secret of the Oracle – Hillville (1991)
Als Repräsentant für all die schönen 2D-Jump’n'Runs der 90er Jahre mit Piep-Sounds habe ich einmal Commander Keen 4 aufgeführt. Das Spiel war damals auf meinem DOS-Rechner wie von Geisterhand vorinstalliert gewesen und ich spielte es von morgens bis abends. Damals waren meine Computergame-Skills noch nicht so weit ausgereift, so dass ich ewig brauchte, bis ich mal die einzelnen Levels durchgespielt hatte. Heute ist Keen 4 in 2-3 Stunden durchgespielt…wenn ich es denn noch irgendwo auf CD oder Diskette hätte. Wobei…Disketten würden mir im Jahre 2011 wohl auch nicht weiterhelfen.

Platz 08: Pharao – Theme 2 (1999)
Ein weiteres Spiel, welches mich in meiner Entscheidung Archäologe zu werden unterstützt hat. Wie der Name schon sagt war man in diesem Spiel Pharao und konnte die gesamte altägyptische Zivilisation wieder auferstehen lassen. Von kleinen Zelten, über Papyruswerkstätten, bis zu Pyramiden und Felsengräbern konnte man hier alles selbst errichten. Ein Traum.Eine kurze Anmerkung: Pharao ist ein guter Beweis dafür, dass mich bei PC-Spielen besonders orientalisch anmutende Klänge faszinieren. Beinahe genauso wie Musik aus dem Mittelalter. Aber dazu kommen wir später noch.

Platz 07: Indiana Jones and the Fate of Atlantis – Theme (1992)
Ein Klassiker. Dieses sogenannte Point & Click-Adventure aus dem Hause LucasArts gehört auch heute noch zu den spannendsten und ausgetüfteltsten Rätselspielen, die jemals veröffentlicht wurden. Die Musik ist eigentlich nur eine kleine Variation zur originalen Indiana Jones-Titelmelodie, aber die kleinen Abwandlungen erinnern mich an die herrlichen Abenteuer mit Sophia Hapgood auf den Azoren, in einem deutschen U-Boot im Mittelmeer und nicht zuletzt an die Labyrinthe in der Ägäis. Nicht umsonst verbrachten ein Kumpel und ich beinahe den gesamten Schulausflug der 7.Klasse auf der Nordseeinsel Wangerooge damit, dieses Spiel wieder und wieder durchzuspielen. Das waren noch Zeiten!

Platz 06: Baldurs Gate – Tavern Theme 2 (1998)
Das wahrscheinlich beste Computerspiel aller Zeiten. Für mich zumindest. Allerhöchstens der zweite Teil kann „Baldurs Gate“ den Titel streitig machen. Das beste Rollenspiel ist es auf jeden Fall. Damals, im Jahre 1998, begann ich langsam meine Nachmittage nicht mehr auf den Bolzplätzen oder den Wäldern von Hamm-Uentrop zu verbringen, sondern, wie es sich für einen echten Teenager gehört, alleine und ohne große soziale Kontakte vor dem heimischen PC. Und wie schön sind meine Erinnerungen an so prachtvolle Städte wie Kerzenburg, Beregost und nicht zuletzt das architektonisch hochinteressante Baldurs Tor? Die an dieser Stelle verlinkte Musik wurde immer gespielt, sobald man sich in einer Taverne befand. Wie gerne würde ich noch einmal Rast machen in der Schenke „Der Freundliche Arm“? Ich muss das Spiel mal wieder herauskramen…

Platz 05: Heroes of Might and Magic 2 – Fields (1996)
Ein weiterer mittelalterlicher Titel aus einem Fantasy-Spiel. Eigentlich bin ich, mal von Herr der Ringe abgesehen, überhaupt kein Fan von Fantasy. Ich beschäftigte mich lieber mit der realen Menschheitsgeschichte, sie ist cool genug. Aber auch „Heroes of Might and Magic“ hat es mir angetan. Manchmal sind Orks, Trolle, Drachen und Elfen einfach doch zu reizvoll. Besonders dieser Song, wann immer man sich auf der Reise durch die grünen Hügel dieser Welt befand, gehört zu den positiven Erinnerungen meiner kurzen Computerspiel-Historie.
Ich ziehe übrigens den zweiten Teil dieser Serie allen anderen Teilen vor, weil die natürlich sehr antiquierte Grafik einen so unglaublich großen Charme hat, dass die modernste 3D-Highend-Grafik nicht hinterher kommen kann.

Platz 04: Icewind Dale – Easthaven Theme (2000)
Dieser Titel stammt aus einem Spiel, welches im gleichen Fantasy-Universum spielt wie Baldurs Gate. Doch wie der Titel schon vermuten lässt, ist das Setting in den eisigen Norden von Faerun verlegt worden und die Heldengruppe muss sich mit weitaus zahlreicheren Monsterhorden auseinander setzen.
Das Spiel an sich hat mich eigentlich nie sooo überzeugt im Vergleich zu Baldurs Gate. Aber der Soundtrack gehört mit zum Besten, was es im Computerspiel-Genre überhaupt jemals gab. Das Thema für die Stadt Osthafen drückt perfekt die Kälte und Hoffnungslosigkeit aus, in der sich der Ort zu Beginn der Erzählung befindet. Einziges Manko: Das Lied ist viel zu kurz.

Platz 03: Outcast – Oriental Spirit (1999)
„Outcast“ ist eigentlich die Serie Stargate, nur als Computerspiel. Als Erdling verschlägt es den Helden auf einen Wüstenplanet und er versucht sich dort durchzuschlagen (Die Reise in die verschiedenen Gebiete erfolgt sogar durch eine Art Sternentor.). Aber auch dieser Song erinnert mich unglaublich an Stargate. Es fehlen nur noch die Goa’Uld und Colonel Jack O’Neill und schon befindet man sich irgendwo in der besten Sci-Fi-Serie aller Zeiten. Auch wenn ich „Outcast“ nie so ausgiebig gespielt habe, so habe ich es doch in sehr guter Erinnerung. Die Grafik war für damalige Verhältnisse unglaublich faszinierend und auch all die Bewohner des Planeten gingen allesamt eine eigene Tätigkeit, jeder lebte sein eigenes Leben. Dies war damals auch sehr einzigartig. Klar, gibt es dies heute in beinahe jedem Rollenspiel, aber „Outcast“ hat definitiv Pionierarbeit geleistet.

Platz 02: Die Sims 3 – Arcadia (2009)
Das mit Abstand aktuellste Spiel meiner Liste ist „Die Sims 3“. Gespielt habe ich damals natürlich auch den ersten Teil und das Spielsystem hat sich seitdem auch kein bisschen verändert. In diesen aktuellsten Teil habe ich im Prinzip nur ein wenig hineingeschnuppert. Das einzige, was ich immer gemacht habe, war mit meinem Sim vor meiner Stereo-Anlage zu tanzen. Dann wurde der Sender „Indie“ eingestellt und irgendwann kam dann auch „Arcadia“ von Eric Pressley. Der Song ist in Simlish, also der Sprache der Sims. Sie erinnert irgendwie ans Englische, aber auch an irgendeine skandinavische Sprache. Kurzum: Sie ist schieres Kauderwelsch. Dennoch ist „Arcadia“ ein absoluter Knallersong, bei dem ich mir beinahe wünsche, dass er in einer echten Sprache verfasst worden wäre, damit man ihn auch im Radio hören kann. Schade. Aber gut, auch so höre ich diesen Song verflixt gerne und habe ihn natürlich schon längst in meine reguläre Musikplayliste meines iPods aufgenommen.

Platz 01: Anno 1602 – Dreamer (1998)
Und hier ist der wohl verdiente Gewinner: „Dreamer“ aus dem besten Aufbauspiel aller Zeiten, „Anno 1602“. Man, was habe ich für Erinnerungen an dieses Spiel. Tage- und nächtelang verbrachte ich im ausgehenden Mittelalter, irgendwo auf einer fernen Insel und beschäftigte mich mit den Nahrungsmittelbedürfnissen meiner Bewohner oder den hiesigen Eingeborenen. Das war so ein großer Spaß, dass damals ein regelrechter Anno-Hype ausbrach. Ich erinnere mich noch gut an den 16.02.2002, dem 400-Jahre-Jubiläum, als ein Kumpel und ich dieses Datum gebührend feierten und an diesem Tag „alles machten“.
Fazit: Natürlich, Computerspiele spielen nur Nerds ohne Freunde und dicke, einsame Kinder. Quatsch. Meine schönsten Kindheitserinnerungen sind nicht nur an Bücher, Musik, Filme und meine Freunde gekoppelt, sondern auch an das ein oder andere PC-Spiel. Willkommen im Computerzeitalter!

 

Album: Bright Eyes – The People’s Key 9. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 3:08 nachmittags

Ein weiterer bisher leider auf meinem Blog sträflich vernachlässigter Künstler ist Conor Oberst bzw. sein hochinteressantes Projekt “Bright Eyes”. Leider muss ich gestehen, dass ich mich bis zu diesem Zeitpunkt nicht besonders ausgiebig mit der Songgeschichte des ehemaligen Wunderkindes aus Nebraska beschäftigt habe. Das heißt, dass ich bisher nur die bekanntesten Sachen kenne. Einzig sein letztes Album “Cassadaga” habe ich relativ ausgiebig gehört, gefiel mir jedoch nhttp://www.hurricanebar.de/wp-content/uploads/2011/01/brighteyes_shellgames.jpgicht vollständig.
Deswegen bin ich eher zufällig vor einigen Tag auf den Stream seines neuen Albums “The People’s Key” auf Youtube (Link siehe unten) gestoßen. Was mir bereits bei seinen früheren Werken aufgefallen ist, wird auch auf Obersts neustem Werk fortgesetzt: So benutzt er oftmals locker, beschwingte Melodien, um mit einem kryptischen, beinahe völlig unverständlichen, aber nicht minder berührenden Text, die großen philosophischen Fragen der Menschheit oder aber auch die tiefgehendsten Gefühle zu besingen. Dies hat natürlich zum Vorteil, dass sich die Melodien relativ schnell im Gehörgang festsetzen. Und dann kann man sich näher mit den Lyrics beschäftigen. Oberst macht es dem Hörer nicht leicht, aber diverse Schlagworte weisen darauf hin, dass, wie auch beim Vorgänger Liebe, Gott und der Teufel und Tod im Vordergrund stehen. Musikalisch hat sich jedoch ein bisschen etwas geändert, ist der Sound von Bright Eyes nun bei weitem nicht mehr so folkig und Americana-lastig, sondern eher elektronisch – von Synthies, Elektrodrums bis hin zu krachigen E-Gitarren. Dies steht den Melodien aber hervorragend!
Das Album beginnt mit einem Monolog eines alten Mannes – vielleicht einer dieser fanatischen Priester aus dem Mittleren Westen der USA? Dieser spricht von merkwürdigen Dingen wie Hitler, Superuniversen und reptilienartigen Gottheiten aus der sumerischen Zeit. Völlig verrückt also. Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen, ist doch bereits der erste Song “Firewall” ein Knaller, der noch am ehesten an “Cassadaga” in seiner ruhigen, spärlich instrumentieren Art erinnert. Die nächsten Highlights folgen auf dem Fuß: “Shell Games” ist ein mit Drumbeats unterlegter Mitsingkracher, wenn nicht der Text so schwermütig wäre. Auch “Jejune Stars” hört sich an wie aus der Indie-Disko von nebenan, zusätzlich garniert mit einer herrlichen E-Gitarre. Die Mitte des Albums stellt für mich ein kleines Tief dar, können die drei mittleren Songs mich doch nicht vollständig überzeugen. Doch zum Ende wird wieder Fahrt aufgenommen: Die Piano-Ballade “Ladder Song” ist einer der berührendsten Songs des noch kurzen Jahres und “One For You, One For Me” ist ebenfalls ein beschwinger Song, den man sich sehr gut als Rausschmeißer am Ende eines Bright Eyes-Konzertes vorstellen kann.
Fazit: Ein wirklich hervorragendes Album, das trotz kleiner Hänger in der Mitte zu den Top-Alben des diesjährigen Jahres gehören wird. vielleicht muss ich mir diese Songs ja noch ein paar Mal häufiger anhören, aber nichtsdestotrotz ist mir “The People’s Key” eine dringende Empfehlung für alle Alternativ Rock-Fans und Freunde nachdenklicher Musik wert!

Erscheinungsdatum: 15.02.2011
Anspieltipps: Shell Games, Jejune Stars, Ladder Song
Hörproben: Album-Stream auf Youtube
Bewertung: 8/10

 

TOP 7: Die besten Filme mit dem Thema Alien-Invasionen 5. Februar 2011

Einsortiert unter: Filme,Nerdvana — Lardt @ 8:00 vormittags

Nach längerer Zeit gibt es mal wieder eine nette, kleine Liste, die sich mit dem Medium Film beschäftigt. Nachdem ich den hervorragenden Trailer zu “World Invasion: Battle Los Angeles” gesehen habe und vor Vorfreude beinahe platze, beschäftige ich mich heute mit meinen sieben Lieblingsfilmen, die sich mit Alien-Invasionen bzw. Erstkontakt mit Aliens in all ihren Facetten beschäftigen.
Die Vorstellung, dass die Erde eines Tages von Außerirdischen besucht wird, ob sie uns freundlich oder feindlich gesinnt sind und die Art und Weise, wie wir mit dem ersten Kontakt umgehen, hat zahllose Filmschaffende seit Beginn der Filmgeschichte beschäftigt.
Da ich leider bisher so gut wie keine SciFi-Klassiker aus den 50er und 60er Jahren gesehen habe, wie “Der Tag an dem die Erde still stand” oder “Das Ding aus einer anderen Welt”, wird sich diese Rangliste vorrangig auf aktuellere Filme, meist aus Hollywood,
konzentrieren. Also, los geht es!

Platz 7: “Unheimliche Begegnung der Dritten Art” (1977)http://www.kinokunst.de/Poster_d/Title_U/UnheimlicheBegegnungDerDrittenArt_G1_ED02.jpg
Dies ist der älteste Film in meiner Liste und ist auch beinahe schon so etwas wie ein Klassiker. “Unheimliche Begegnung der Dritten Art” ist auch direkt eines der wenigen Beispiele in meiner Liste, bei dem die Aliens der Menschheit nicht feindlich gesinnt sind. Sie wollen von den Menschen lernen. Genauso interessant ist auch der Blickwinkel aus dem der Film erzählt wird: Der Elektriker Roy Neary kommt mit den Außerirdischen in Kontakt und sein sowieso schon schwieriges Privatleben verschlechtert sich zusehends.
Grandios sind die Szenen, in denen er aus seinem Kartoffelbrei beim Familien-Mittagessen den Devil’s Tower, den Landepunkt der Aliens, nachbaut (grandios auch von den Simpsons in der Folge “Homie der Clown” parodiert) und der finale Kontakt mit den Aliens am Ende des Filmes. Einzig die sehr langsame Erzählweise lässt den Film etwas langwierig erscheinen.
Also, wer nicht nur immer New York, Los Angeles und Co in Schutt und Asche sehen möchte, könnte sich einmal näher mit diesem Film beschäftigen. 7/10

Platz 6: “Alien Abduction: Incident in Lake County” (1998)
Bhttp://siteantigo.bocadoinferno.com/artigos/king/firestarters/cartaz1.jpgei diesem Film handelt es sich um sehr interessantes Projekt: “Alien Abduction: Incident in Lake County” aus dem Jahre 1998 ist eine sogenannte Mockumentary, die auf dem US-Fernsehsender UPN ausgestrahlt wurde. Der Sender kündigte den Film als originale Videoaufnahme an, die bei einem Familientreffen in Lake County, Montana gemacht wurde, als plötzlich das Haus der Familie von Aliens umzingelt wird.
Im Prinzip sieht man in dem Film beinahe keine Aliens und auch das Budget der Filmemacher war wohl nicht besonders hoch. Aber die Spannung, die dadurch entsteht, dass sich eben beinahe alles vor dem inneren Auge abspielt, ist wirklich grandios und sucht unter den Fernsehfilmen wohl ihresgleichen. In Wahrheit basiert der Film auf den obskuren McPherson Tapes, die ebenfalls das gleiche Thema haben und laut Aussage der Macher wirklich “authentisch” sein sollen. Naja, gut. Dies sei einfach mal so dahin gestellt. Aber eine gute Nachricht ist, dass man sich “Alien Abduction: Incident in Lake County” kostenlos und völlig legal im Internet ansehen kann. Also, wer Lust hat, klickt nun auf diesen Link: http://video.google.com/videoplay?docid=-2110145479236650834# Es lohnt sich! 7,5/10

Platz 5: “Krieg der Welten” (2005)http://www.tvfc.de/uploads/pics/KriegDerWelten.jpg
Da ich bisher den Originalfilm aus dem Jahre 1953 (in Deutschland unter dem Titel “Kampf der Welten” erschienen) noch nicht gesehen habe, beschäftigt sich dieser Rang mit dem klischeeüberladenen, aber dennoch spannenden und unterhaltsamen Remake von Steven Spielberg aus dem Jahre 2005. Mit der in der viktorianischen Zeit spielenden Buchvorlage von H.G. Welles hat diese Verfilmung natürlich nicht mehr viel zu tun. Handlungsort ist in Spielbergs Version das gegenwärtige New Jersey und der Film besteht eigentlich nur aus einem hysterisch grinsenden Tom Cruise, einer nonstop schreienden Dakota Fanning und absurden Verhaltensweisen der Charaktere. Aber gerade dieses Cheesige mag ich an diesen Alienfilmen.
Klar, die Special Effects sind natürlich vom feinsten, besonders am Ende des Filmes, als sich die Hauptpersonen im Keller des verrückt gewordenen Tim Robbins versteckt hatten und nun langsam wieder an die Oberfläche kommen, die nun statt idyllischem Grün eine blutrote, schleimige Farbe hat, als stamme sie gerade aus den schlimmsten Albträumen. Das ist schon wirklich große Filmkunst. Aber wie so oft gilt: Nicht alles hinterfragen, einfach nur gucken. 7,5/10

Platz 4: “Mars Attacks” (1996)
http://www.klatschheftli.ch/wp-content/uploads/2009/10/MarsAttacksbillb.jpgMars Attacks” ist für mich beinahe auch schon ein kleiner Klassiker, nimmt er doch gekonnt all die kleinen und großen Lächerlichkeiten des SciFi-Genres aufs Korn. Der Film, obwohl aus den tiefsten 90ern stammend, scheint direkt aus den 50ern zu kommen, wozu sowohl die gelungen Effekte, als auch die sehr coole Musik sorgen.
Auch in “Mars Attacks” sieht sich die Menschheit vor einer Alieninvasion stehend. Der Film ist gespickt mit den großen Filmstars der 90er Jahre, jedoch schon damals, als ich den Film das erst Mal gesehen hatte, blieb mir vor allen Dingen ein Star mit seinem grandiosen Cameo-Auftritt in Erinnerung: Tom Jones. Der alte, walisische Haudegen, der zahlreiche Welthits landen konnte, steht besonders am Ende des Films im Zentrum der Überlebenden der Alieninvasion. Aber auch sonst ist der Film gespickt mit Highlihts: Ohne etwas spoilern zu wollen… aber die Art und Weise, wie die Menschheit die Aliens schlußendlich besiegen kann, ist absolut grandios und ebenfalls schon in die Filmgeschichte eingegangen. Fazit: Ein sehr lustiger, harmloser Alienspaß für zwischendurch. 7,5/10

Platz 3: “Contact” (1997)http://images.dudave.de/211/contact-posters.jpg
Meiner Meinung nach ist “Contact” der mit Abstand realistischste Film, der sich mit dem Thema Alienkontakt beschäftigt. Jodie Foster stößt mithilfe der Very Large Array-Teleskope in New Mexico und dem SETI-Projekt auf ein merkwürdiges Signal, das von Außerirdischen zu stammen scheint. Nach näheren Forschungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Signal um eine Anleitung für den Bau eines interstellaren Transportmittels handelt.
Warum müssen die Aliens immer mit ihren Raumschiffen kommen und die Erdenhauptstädte zerstören? Es geht auch viel subtiler, behandelt “Contact” doch nicht nur einen möglichen Erstkontakt mit Aliens, sondern auch keine geringere Frage als “Was ist der Sinn des Lebens?”. Ein hoch-philosophischer Film, der mich auch nach fünf, sechs Durchläufen begeistern kann. Besonders bei der Szene der Entdeckung des Signals und als sich herausstellt, was genau das Signal darstellt, läuft mir heute noch ein Schauer über den Nacken. Also, mein Tipp: Ansehen! 8/10

Platz 2: “Independence Day” (1996)
http://img.geocaching.com/cache/0beb8b7f-b6e6-41a2-961d-2ddf7a7f66e1.jpgDer moderne Alien-Klassiker schlechthin. Und voll mit Absurditäten, Kitsch und amerikanischem Patriotismus. Genauso liebe ich meine Alienfilme. Über den Inhalt von “Independece Day” braucht man glaube ich keine großen Worte mehr zu verlieren. Aber die Effekte damals Mitte der 90er waren der Knaller! Als ich den Film mit 10 Jahren das erste Mal sah, traute ich mich kaum mehr in den Himmel zu schauen, aus Angst, dass diese riesigen Schiffe bald über die Innenstädte des beschaulichen Hamm in Westfalen flogen.
Klar, die Lösung zur Vernichtung des Alienproblems ist für mich das absurdeste und schlichtweg faktisch falscheste, was es jemals in einem großen Hollywoodstreifen gab, aber ich liebe die patriotische Rede von Präsident Bill Pullman, ich liebe die ultracoolen Sprüche von Will Smith und ich liebe wie das Empire State Building in Schutt und Asche gelegt wird. Roland Emmerich schreibt ja momentan an einer Fortsetzung, bei der ich sehr skeptisch bin. Aber solange im zweiten Teile Sätze wie “Sie wandern von Planet zu Planet. Ihre
ganze Zivilisation. Wenn alle natürlichen Ressourcen ausgebeutet sind, ziehen sie weiter. Und wir sind die Nächsten…” fallen, ist für mich alles ok! Independence Day, das größte B-Movie aller Zeiten! 8,5/10

Platz 1: “Signs – Zeichen” (2002)http://www.sippe-w.de/assets/images/Signs-plakat.JPG
Ladies and Gentlemen, hier ist mein Lieblingsalienfilm: Signs! Er ist ganz anders, als die großen bombastischen Hollywoodstreifen; er ist leise, verschloßen und benutzt die Alieninvasion mithilfe von Kornkreisen als Metapher für die Fragen: Gibt es einen Gott? Gibt es so etwas wie Schicksal oder ist alles nur Zufall?
An “Signs” ist schlichtweg alles gelungen. Die spärlich gesetzten, hitchcock-esken Schockmomente, die Reaktionen der Welt auf die Aliens und vor allen Dingen die grandiosen Charaktere und wie sie miteinander kommunizieren. Und nicht zuletzt ist da der überragende Soundtrack von James Newton Howard, der alles in einen perfekten Rahmen setzt.
Leider wurde der Film damals im Jahre 2002, als er veröffentlich wurde, als Horrorfilm angepriesen, so dass viele Leute enttäuscht aus den Kinos herauskamen. Aber “Signs” ist  kein Horrorfilm. Er ist einer der tiefsinnigsten und philosophischsten Mainstream-Filme, die ich jemals gesehen habe und vor allen Dingen gibt er mir die Antwort auf eine der wichtigsten Fragen des Lebens: Ja, alle Sachen, alle Geschehnisse auf dieser Welt haben einen Sinn. 10/10

 

Album: The Decemberists – The King is Dead 2. Februar 2011

Einsortiert unter: Alben — Lardt @ 8:06 vormittags

Wow, es ist auch schon wieder beinahe zwei Jahre her, dass die Decemberists ihr letztes Album „The Hazards of Love“ auf den Markt brachten. Und was für ein unglaubliches Album ist es auch heute noch? Damals habe ich es schon in meiner Kritik abgefeiert und auch heute liebe ich es noch abgöttisch, auch wenn die Storylastigkeit dieses Magnum Opus ein eher seichtes, passives Hören der CD vhttp://prettymuchamazing.com/wp-content/uploads/2011/01/The_Decemberists_-_The_King_Is_Dead.jpgerbietet. Ich fragte mich schon damals: Was soll da bitte noch kommen?
Tja, diese Frage stellten sich Colin Meloy und Co offensichtlich auch, denn in Sachen Progressivität, Größenwahn (im positiven Sinne!) und Detailreichtum konnten sie „The Hazards of Love“ sicherlich nicht mehr überbieten. Was liegt da näher, als sich auf seine Wurzeln zu besinnen und wieder etwas bodenständiger zu werden? Gesagt, getan, klingt das neue Album „The King is Dead“ weitaus zurückhaltender. Es ist ein durch und durch akustisches Album, das seinen amerikanischen Ursprung nicht verleugnen kann, sind doch, wie bei keinem anderen Decemberists-Album zuvor, die Einflüße aus dem Country-Genre unüberhörbar. Auch der altbekannte Seemanns-Schunkelrythmus rückt etwas in den Hintergrund, die Decemberists anno 2011 sind weitaus „gechillter“ und mehr „laid back“, wie die Amerikaner sagen.
Im Zentrum des Albums steht daher wohl neben der Akustikgitarre die Mundharmonika. Sie sorgt für diese typische sommerliche Stimmung, die nur irgendwo in der Sommerhitze des Mittleren Westens entstehen kann. Der Gute Laune-Song „Don’t Carry It All“ ist ein guter Einstieg. Das darauf folgende Lied „Calamity Song“ ist ein weiterer Hinweis auf die Wurzeln der Band und eine ihrer größten Einflüße: R.E.M. Nicht umsonst ist Peter Buck, der Gitarrist von R.E.M., mit seiner charakteristischen Gitarre an mehreren Songs auf „The Kings is Dead“ beteiligt. Zu den weiteren Highlights zählen ganz eindeutig „Rox in the Box“, das dem Seemannschanty und dem grandiosen Text (über Bergarbeiter in einer verdreckte, alten Mine) der früheren Decemberists am nächsten kommt, und „Down By The Water“, welches man bereits letztes Jahr im November kostenlos auf der Bandseite herunterladen konnte und abermals wie eine Kreuzung aus typischem Decemberists-Sound und R.E.M. der 80er Jahre klingen. Das einzige, was mir bei den Songs, dir mir eigentlich alle sehr, sehr gut fallen, etwas fehlt, ist, dass die Melodien dieses Mal dem Hörer nicht sofort ins Ohr springen; bei einigen Liedern wie „All Arise“ oder „Dear Avery“ muss man sie erst suchen, bevor man dem großen, akustischen Hörerlebnis frönen kann, welches das neue Decemberists-Album auf jeden Fall ist.
„The King is Dead“ ist eigentlich ein absolutes Sommeralbum und wird seine Wirkung wohl erst in den warmen und heißen Monaten des Jahres so richtig entfalten. Dies konnte den Erfolg des Albums in den USA jedoch nicht stoppen, landeten die Decemberists doch in den Billboard-Charts ihr erstes Nummer 1-Album. Meinen herzlichsten Glückwunsch an dieser Stelle!

Erscheinungsdatum: 14.01.2011
Anspieltipps: Don’t Carry It All, Rox in the Box, Down By The Water
Hörproben: http://www.myspace.com/thedecemberists
Bewertung: 8,5/10

 

 
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