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ine weitere Liste. Diese steht ganz im Zeichen der von mir am sehnlichsten erwarteten musikalischen Neuerscheinung des Jahres 2011: Der neuen Platte von R.E.M., “Collapse into Now”, die am 04. März in Deutschland erscheinen wird. Die Wartezeit möchte ich mir ein wenig damit verkürzen, indem ich mir einfach mal bewusst darüber werde, welche Songs von der vielleicht einflußreichsten Band der letzten 30 Jahre mir am besten gefallen.
Keine leichte Entscheidung, bei 14 Alben und zahllosen weiteren Veröffentlichungen. Dennoch versuche ich mich nun einmal daran. Weniger als 15 Lieder konnte es aber leider nicht sein…
15. “Let Me In” (Monster, 1994)
Los geht es mit einem Song von dem vielleicht am wenigsten geliebten Album meinerseits, “Monster”. Die Tatsache, dass von diesem Album trotzdem ein Song in meiner Liste erscheint, zeigt wie gut es trotz allem im Vergleich zu anderer Musik ist. “Let Me In” ist ein krachender, mit motorsägenartigen Gitarren gespickter Trauergesang für den kurz zu vor verstorbenen Kurt Cobain. Einfach bewegend.
14. “The Lifting” (Reveal, 2001)
“The Lifting” ist ein gutes Beispiel für R.E.M.s dritten Frühling: Waren sie zunächst das schlechte Gewissen Amerikas irgendwo aus den Südstaaten und später die größte Band der Welt, sind sie mit diesem zurückhaltenden, elektronisch angehauchten Song der große Onkel, der dem Außenseiter in der Schule auf die Schulter klopft und ihm sagt “Ist schon ok.”.
13. “Swan Swan H” (Lifes Rich Pageant, 1986)
Ohne diesen Song wären meiner Meinung nach spätere Bands wie Neutral Milk Hotel oder die Decemberists nicht möglich gewesen. “Swan Swan H” handelt vom amerikanischen Bürgerkrieg und scheint mit seiner 12-saitigen Gitarre und dem Akkordeon auch geradewegs aus dieser Zeit zu stammen. Mein absolutes Lieblingslied auf dem hervorragenden Album aus meinem Geburtsjahr!
12. “So Fast, So Numb” (New Adventures in Hi-Fi, 1996)
Das letzte Album mit dem ehemaligen Drummer Bill Berry. Und hier gibt er noch einmal alles. Kaum ein R.E.M.-Song rockt härter und schreit dem Hörer so entgegen: “Nicht mit mir!”. Dabei ist es ganz erfrischend, dass die R.E.M. der 90er sich weniger mit Politik und der Lage der amerikanischen Nation beschäftigen, sondern eher mit alltäglicheren Sachen wie Liebe, Hoffnung oder Versagensangst.
11. “Low” (Out of Time, 1991)
“Low” stammt von dem Album, welches R.E.M. den Durchdruch bescherte. Dabei ist es wohl der unscheinbarste, leiseste, aber auch dunkelste Song des Albums. Wieder einmal habe ich keinen blaßen Schimmer, worüber Michael Stipe hier eigentlich singt. Aber es ist einfach nur bewegend: “I skipped the part about love, it seemed so silly and low”. Achja, das ist der Soundtrack für Nerds und Außenseiter.
10. “It’s the End of the World as We Know it (And I Feel Fine)” (Document, 1987)
Der erste R.E.M.-Song, den ich außerhalb der unvermeidlichen (aber immer noch guten) Single “Losing My Religion” für mich entdeckte. Schuld war der Film “Independence Day”, in dem er ganz am Anfang beim Erstkontakt mit den Aliens gespielt wird. Der wilde Song mit dem wirren, Stream-of-Conscienceness-artigen Text ist auch heute noch ein gern gesehener Gast auf den Setlists von R.E.M.-Konzerten.
09. “Sponge” (How the West was Won and Where it Got Us- Single, 1996)
“Sponge” ist ein Lied, welches wahrscheinlich kaum ein Mensch jemals gehört hat. Dabei handelt es sich um ein Cover eines akustischen Songs des leider mittlerweile verstorbenen Singer-Songwriter Vic Chesnutt. R.E.M. nehmen stattdessen eine harte E-Gitarre in die Hand und der Song hört sich mit seinem kryptischen Text nichtsdestotrotz so an, als würde Michael Stipe nun die Apokalyspe beschwören. Gespenstisch!
08. “We Walk” (Murmur, 1983)
“We Walk” stammt vom allerersten R.E.M.-Album, gefühlt aus grauer Vorzeit. Der Sound von R.E.M. ist noch viel zurückhaltender, die Texte noch verrückter und unentzifferbarer. Michael Stipe singt hier mit einer bittersüßen Melodie von Treppenstufen, Wäldern und der französischen Revolution. Wie passt das zusammen? Ich kann es wirklich nicht sagen, aber “We Walk” ist einfach ein Knallersong.
07. “Fascinating” (Reveal Outtakes, 2001)
Dieser Song ist niemals regulär erschienen, er tauchte nur irgendwann bei Youtube auf. Schade, dass er es nicht auf “Reveal” geschafft hat, er ist eine der schönsten Balladen, die die Band jemals geschrieben hat. Beim Hören von “Fascinating” fühlt man sich irgendwie ins Weltraum versetzt, vielleicht auf eine Mondbasis, wie sie sich die Menschen in den 50er Jahren vorgestellt haben. Ein traumhafter Song.
06. “I’ll Take The Rain” (Reveal, 2001)
Weiter geht es mit den Balladen. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass dies Zach Braffs Lieblings-R.E.M.-Song sein soll. Ja, “I’ll Take The Rain” ist Futter für die Nerds des 21. Jahrhunderts. Bittersüße Melancholie breitet sich über der vielleicht schönsten Akustikgitarre der R.E.M.-Geschichte aus, aber ohne jemals ins Depressive abzugleiten. Das ist R.E.M.s ganz große Stärke.
05. “Find the River” (Automatic for the People, 1992)
Ein weiterer zutiefst bewegendster Song, der trotz seiner exaltierten Stelle auf dem Album (er ist Album-Closer), für mich irgendwie immer etwas in den Hintergrund gerät. Gottseidank erhielt er in der aktuellen Ausgabe des Rolling Stone das Prädikat “Bester R.E.M.-Song”. Für mich gibt es zwar noch ein paar minimal bessere, aber die Unterschiede sind so gering. Man kann fast sagen, “Find The River” ist auf Platz 1.5.
04. “Be Mine” (New Adventures in Hi-Fi, 1996)
“Be Mine” ist vielleicht der offensichtlichste Love-Song, den die Band aus Athens jemals geschrieben hat. Und vielleicht auch der poetischste, gleicht er doch fast einem Liebesgedicht. Das Besondere ist aber, dass R.E.M. genauso wenig das Wort “Love” benutzen, als dass sie in seichte Gewässer abrutschen. “Be Mine” lebt von seiner hervorragenden E-Gitarre mit dem tollen Riff und der schmachtenden Melodie.
03. “Drive” (Automatic for the People, 1992)
“Drive” ist vielleicht das gruseligste und spookigste Lied von R.E.M. Michael Stipe gibt einen Abgesang der Jugend und besingt abermals den Untergang der Gesellschaft. Die Streicher im Hintergrund scheinen direkt aus dem Vorhof der Hölle zu stammen und Stipes Stimme hebt sich brütend und sinister in den Vordergrund. Der Höhepunkt ist dann schließlich der Einsatz der E-Gitarre. Ein Übersong.
02. “Falls to Climb” (Up, 1998)
“Up” war das erste Album als Trio und das hört man ihm an. Es ist voll von Selbstzweifel und besingt zahlreiche gescheiterte Charaktere. Doch um was es in dem elektronischen, hoffnungsvollen und doch so niederschlagenden “Falls to Climb” genau geht, habe ich wieder einmal nicht verstanden. Doch das ist völlig egal. Der Song ist zutiefst bewegend und nach jedem Hören bin ich niedergeschlagen und hoffnungsvoll zu gleich. Ein Traum.
01. “Country Feedback” (Out of Time, 1991)
Das ist er, mein Lieblingssong. Auch er ist mit seiner Akustik-Gitarre, die immer wieder die gleiche Akkordfolge wiederholt, dem coolen, titelgebenden Country Feedback und dem fehlenden Refrain eher unscheinbar. Doch Michael Stipes Moritat über das Scheitern einer Liebe und sein schmachtendes “It’s crazy what you could have had” bringen mich jedes Mal fast an den Rand der Tränen. R.E.M., ihr seid einfach die Besten!