Cash Car Star – Music, Movies 'n' More

It all depends on how you look at it; we're either half way to heaven or half way to hell.

Mixtape: Songs für einen Regentag 21. Juni 2011

Einsortiert unter: Mixtapes,Songs — Lardt @ 10:47 nachmittags

In Anbetracht des doch recht bescheidenen Wetters wäre es denke ich mal keine falsche Idee, den Tag ein wenig mit cooler Musik zu erhellen. Regen war schon immer eine perfekte Metapher für Trauer und Depression in der Musik und in dieser kleinen Playliste wird der geneigte Leser/Zuhörer so einige Songs zu diesem Thema finden. Voraussetzung für diese Liste war, dass das Wort “Rain” im Titel vorkommen muss. Dabei ist eine illustre Liste entstanden, bestehend aus den übliche Verdächtigen, einigen 80er-Jahre-Gassenhauern und coolen Indie-Interpreten. Und der Regen-Schmachtfetzen von Travis darf natürlich auch nicht fehlen. Also: Zieht den Regenmantel an, schnappt euch euren Regenschirm und auf gehts zum lustigen Pfützenspringen auf meinem Blog!

Mixtape 4: Songs about Rain

01. Coldplay – Rainy Day

02. Smashing Pumpkins – Raindrops and Sunshowers

03. The Decemberists – Raincoat

04. Placebo – English Summer Rain

05. The Vines – Rainfall

06. Regina Spektor – Raindrops

07. Hüsker Dü – Standing In The Rain

08. The Jesus and Mary Chain – Happy When It Rains

09. Travis – Why Does it Always Rain on Me?

10. Nick Cave And The Bad Seeds – Ain’t Gonna Rain Anymore

11. Midnight Choir – Electric Rain

12. The Tallest Man On Earth – It Will Follow The Rain

13. R.E.M. – I’ll Take The Rain

 

Movies: Stöckchen – Filme 12. Juni 2011

Einsortiert unter: Filme — Lardt @ 11:53 vormittags

Hin und wieder gibt es ja auf Blogs diese sogenannten “Stöckchen”. Hier ist mal einer zum Thema “Film”. Also, go for it!

Geschlecht: Männlich

Lieblingsfilm: Nach reiflichem Überlegen denke ich ist es der beste Film von Tim Burton, “Edward mit den Scherenhänden“.

Lieblingsgenre: Gar nicht so leicht. Eigentlich aus allem etwas, aber ich denke vor allem philosophische Dramen, Indie-Filme, Historienschinken, amerikanische Highschoolkomödien bzw. amerikanische Komödien über Mitzwanziger, Horrorfilme und alles mit Außerirdischen.

Lieblingsregisseurin: Schwierig. Ein hundertprozentiges Unentschieden zwischen Tim Burton und M. Night Shyamalan.

Bester Actionfilm: Gute Frage… Action ist ja nicht so mein Genre. eigentlich ist es sogar meine absolutes Hassgenre. Ich hoffe einfach mal, dass man “Jurassic Park” als Actionfilm bezeichnen kann. Dann auf jeden Fall den!

Beste Komödie: An amerikanischen Komödien mag ich eigentlich (fast) alles mit Jim Carrey, vor allem “Der Ja-Sager“. Aber die lustigsten Filme überhaupt, auch wenn man sie kaum in eine bestimmte Kategorie einordnen kann, macht immer noch Helge! Sein bester Film: “00 Schneider“.

Bester deutschsprachiger Film: Schwierig. Ich bin eigentlich überhaupt kein Fan von deutschen Film. Das ist für mich eigentlich immer ein und derselbe Film, der ständig neu gemacht wird. Aber richtig spitze fand ich “Goodbye, Lenin!“.

Bester Film mit wahrem Hintergrund: Also mein Lieblingshistorienfilm? Hmmm, gute Frage, da gibt es sehr viele. Ich entscheide mich einfach mal für “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“. Der beste Western für mich und der beste Film über amerikanische Geschichte. Achja… der hervorragende Soundtrack von Nick Cave ist auch eine Erwähnung wert!

Bester Kriegsfilm: Selten war ich so von einer Filmsszene geschockt, in Angst versetzt, angeekelt und doch irgendwie in all ihrem Grusel und Leid fasziniert, wie von den ersten 30 Minuten von “Der Soldat James Ryan“. Nie wurde die Grausamkeit des Krieges realistischer und erschreckender dargestellt als in diesem Film.

Beste Buchverfilmung: Ganz klar und ohne großes Herumschweifen. “Der Herr der Ringe“. Alle drei Teile.

Beste Gameverfilmung: Eigentlich sind Computerspiel-Verfilmungen eher dafür bekannt, extrem schlecht zu sein. Wenn ich da so an “Tomb Raider” oder “Resident Evil” denke…dat is nix für mich. Aber sowohl die TV-Serie, als auch die Realverfilmung von “Super Mario” war in der Retrospektive doch recht kultig.

Tränen in den Augen: Gute Frage. Wann hatte ich mal nicht Tränen in den Augen beim Filme schauen? Bei “The Sixth Sense” oder “In meinem Himmel” bin ich immer vorne mit dabei, wenn es ums Heulen geht. Aber auch beim recht unbekannten, aber hervorragenden “Mr. Nobody” mit Jared Leto war ich häufig den Tränen nah.

Bestes Militär-Drama: Und was ist da nun der Unterschied zu “Bester Kriegsfilm?” Ich sag mal “Full Metal Jacket.”

Lustigste Szene: Gute Frage. Bestimmt die Szene in “Der Ja-Sager“, in der sich Jim Carrey sein Gesicht mit Tesafilm zuklebt. Aber auch Helge, der in “Praxis Dr. Hasenbein” seine Mittagspause in einem engen Spint verbringt, sowie alle Szenen in all seinen Filmen mit Helmut Körschgen und Charlie Weiß, sind einfach göttlich.

Größter Schocker: Eigentlich alles in “The Grudge“. Besonders, wann immer der kleine Junge auftritt…

Langweiligster Streifen: “Transformers“. All diese stundenlangen Materialschlachten langweilen mich zu Tode. Es passiert doch nix.

Größte Enttäuschung: Ich muss leider sagen “Alice im Wunderland“. Ich hatte mir von Tim Burtons Verfilmung des alten Stoffes viel mehr erhofft und war nach dem Kinogang sehr enttäuscht. Vielleicht muss ich den Film noch einmal sehen. Achja, und “Avatar” wurde seinem Hype überhaupt nicht gerecht. Außen hui, innen pfui.

Beste männliche Rolle: Na, super. Hier könnte ich mit Sicherheit 50 Rollen sagen. Ich beschränke mich mal auf drei: 1. Ian McKellen als “Gandalf”, 2. Harrison Ford als “Indiana Jones”/”Han Solo”, 3. Johnny Depp als “Edward mit den Scherenhänden”.

Beste weibliche Rolle: Auch hier eine Beschränkung auf drei Schauspielerinnen: 1. Zooey Deschanel in “The Go-Getter”, 2. Ellen Page als “Juno”, 3. Natalie Portman in “Garden State”.

Beste visuelle Effekte: Wow, gute Frage. Wenn es nur um die Effekte geht, ist “Avatar” natürlich weit vorne. Aber da die Story und die Charaktere von “Avatar” so viel schlechter sind, als sein Äußeres, möchte ich mit “2012” von Roland Emmerich antworten. Was für ein Effektegewitter!

Beste Story: Ich liebe ja Filme zum Nachdenken, sehr philosophisch, über das Leben und den Tod, aber auch gerne mit einer Prise Liebesschmalz oder Mysteryelemente. “Mr. Nobody” ist grandios, genauso wie (damit dieser Film auch noch eine Erwähnung findet) “Die fabelhafte Welt der Amelie“, so simpel die Story auch ist.

Schlechteste Story: AVATAR!

Beste Filmreihe: “Der Herr der Ringe“, und ganz dicht dahinter “Star Wars” (natürlich die alte Trilogie) und “Harry Potter“.

Schlechteste Rolle: Daniel Küblböck als er selbst.

Bester Bösewicht: Darth Vader, Lord Voldemort, Amon Goeth aus “Schindlers Liste” (der schlimmste Mensch in allen Filmen, was widert er mich an) –> Applaus für den hervorragenden Ralph Fiennes!

Beste Explosion: Die Zerstörung des Empire State Buildings in “Independence Day“.

Beste Verfolgung: Die Panzerszene in “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“.

Bestes Auto im Film: Absolut Tante Uschis Einsitzer, die BMW Isetta in “Praxis Dr. Hasenbein“.

Beste Filmmusik: Zum Schluß nochmal eine schwierige Frage. Ich liebe die Musik zu “Edward mit den Scherenhänden” (eigentlich ist alles von Danny Elfman grandios!) und vor allem “Die fabelhaft Welt der Amelie” (!!!), aber auch zu “Der Herr der Ringe” oder “Star Wars“. Ein Geheimtipp ist die Musik zu “The Fountain“, langsam, aber wunderschön!

 

Mixtape: Songs über Städte 7. Juni 2011

Einsortiert unter: Mixtapes — Lardt @ 12:18 nachmittags

Da mein Blog momentan etwas brach liegt und ich mich aufgrund von vielen anderen, zu erledigenden Sachen nicht imstande fühle, großartige seitenlange Artikel zu schreiben, die am Ende sowihttp://lardt09.files.wordpress.com/2011/06/tokyo.jpg?w=223&h=152eso keiner liest, werde ich heute mal wieder eine kleine Playlist zusammenstellen.
Auch wenn das momentane Wetter einem wirklich nicht das Gefühl gibt, wegfahren zu müssen, so ist in mir der Drang andere Länder und Städte kennenzulernen doch ständig sehr ausgeprägt. Diese Faszination für andere Orte scheint auch bei den bekanntesten Musikern ausgeprägt sein. Einige schreiben Lieder über ihre Heimatstädte, andere über die exotischsten Orte der Welt und wiederum andere spinnen ganze Geschichten um kleine Orte irgendwo in der Pampa Nordamerikas. Bei den Recherchen zu diesem ist mir aufgefallen, dass einige Interpreten es lieben, Songs nach Städten zu benennen. Die besten Beispiele sind wohl R.E.M. und Sufjan Stevens. Daher kommen sie in dieser Playliste auch gleich zwei Mal vor. Wiederum andere Bands haben nicht einen einzigen Song, der nach einer Stadt benannt ist, z.B. Arcade Fire. Aber gut, vielleicht möchte ja der ein oder andere trotzdem mit auf diese Reise um den Globus gehen. Los geht es und vergesst eure Zahnbürste nicht!

Mixtape 6: Songs about Cities

01. The Wombats – Tokyo

02. R.E.M. – Leaving New York

03. Editors – Munich

04. Sufjan Stevens – Romulus

05. Band of Horses – Laredo

06. Element of Crime – Delmenhorst

07. Beirut – Nantes

08. Pet Shop Boys – London

09. R.E.M. – Houston

10. Brand New – Welcome to Bangkok

11. Sufjan Stevens – Chicago

12. Tomte – Wie siehts aus in Hamburg

13. Coldplay – Amsterdam

 

Mixtape: Songs, die aus dem Wilden Westen stammen könnten 28. Mai 2011

Einsortiert unter: Mixtapes — Lardt @ 12:47 nachmittags

Als alter Geschichtsnerd gibt es zahlreiche Epochen der Menschheitsgeschichte, die mich unheimlich faszinieren: Angefangen von der Ahttp://www.tagate.com/western/wild_west.jpgntike zur Zeit der Griechen und Römer, über das düstere Mittelalter bis hin zum romantischen viktorianischen England. All diese Epochen haben auch ihre eigene Musik, aber die Zupfinstrumente der alten Griechen und die klassischen Klavieroperetten des 19. Jahrhunderts konnten mich noch nie begeistern.
Da sieht es aber schon ganz anders aus in den vielleicht spannendsten, rohsten und mythischsten Zeiten der amerikanischen Geschichte: Die Zeit des Wilden Westens im 19. Jahrhundert. Die Trecks der amerikanischen Siedler zogen über die Rocky Mountains, angeführt von furchtlosen Cowboys, die Wüsten Nevadas waren voll von Geisterstädten und die Saloons der kleinen Dörfer an den Handelswegen waren gefüllt von dunklen, zwielichtigen Gestalten, die sich ihre Zeit mit Saufen und Pokern vertrieben. Ja, das sind die romantischen Vorstellungen vom Wilden Westen, die man heute im beginnenden 21. Jahrhundert hat.
Doch der Wilde Westen hat auch einen arschcoolen Soundtrack. In dieser Playliste möchte ich etwas Abstand nehmen von der typischen Hillbilly-Musik mit Banjo und Mundharmonika (ok, das Banjo ist auch in meiner Liste allgegenwertig) und vielmehr aktuelle Interpreten in den Mittelpunkt stellen, die die Faszination für diese alte Musik mit neuen und teilweise auch den alten Songs absolut greifbar machen. Wenn die Lieder auch eigentlich nichts mit dem Wilden Westen zu tun habe, so erinnert ihre Atmosphäre schon sehr stark an diese Epoche. Also wer Lust hat sich in diese Zeit zurückversetzen zu lassen, sollte sich einfach nur diese vierzehn Songs anhören!

Mixtape 5: Songs For The Wild West

01. Black Prairie – Red Rocking Chair

02. The Decemberists – All Arise!

03. Sixteen Horsepower – Outlaw Song

04. Okkervil River – Westfall

05. Fleet Foxes – Sun It Rises

06. R.E.M. – Swan Swan H

07. Bon Iver – For Emma

08. Timesbold – Bone Song

09. Woven Hand – Sparrow Falls

10. Jack White – Wayfaring Strange

11. Johnny Flynn – Cold Breed

12. The Black Heart Procession – When We Reach The Hill

13. Tim Eriksen – I Wish The Wars Were All Over

14. Murder By Death – Three Man Hanging

 

Mixtape: Songs für eine nächtliche U-Bahnfahrt 13. Mai 2011

Einsortiert unter: Mixtapes — Lardt @ 1:57 nachmittags

Wer kennt es nicht? Es wird langsam dunkel draußen und man begibt sich langsam auf den Weg zu einer Party, Restaurant, Geburtstagsfeier oder zu einem Konzert und zwischen einem und dem Ziel liegt nur noch eine U-Bahn- oder S-Bahnfahrt. Die Nachtstimmung greift langsam um sich und die Lichter der Stadt, die links und rechts durch die Fenster in die daherbrausende Bahn einfallen sorgen für eine einzige Atmosphäre, die es so nur in Großstädten gibt. Ob nun die U-Bahnen in London, Paris, Berlin oder sogar in Tokio (herzlichen Dank an dieser Stelle an den Soundtrack zu “Lost in Translation”, der insgesamt drei Songs zu dieser Playliste beitragen hat): nächtliche Bahnfahrten durch Metropolen haben etwas magisches. Man fühlt sich zwischen all den historischen Gebäuden, Skyscrapers und riesigen Werbetafeln ziemlich klein und wird wieder einmal von der Faszination, die diese Welt ausstrahlt, im wahrsten Sinne des Wortes geblendet.
Aus diesem Grund beschäftigt sich dieses Mixtape mit genau diesem Gefühl. Das Grundgefühl dieser Playliste ist nachdenklich und beruhigend und die Songs sind sehr elektronisch gehalten. Manche sind etwas mehr up-beat, während andere Lieder beinahe schon chillout-mäßig sind. Anyways, wer auch immer am heutigen Freitagabend noch eine U-Bahn-, S-Bahn-, oder einfach nur eine Busfahrt durch eine nächtliche und dennoch hellerleuchtete Stadt macht, wird vielleicht den ein oder anderen Song dieser Liste mögen.

Mixtape 4: Songs for the Subway

01. Brian Reitzell & Roger J. Manning Jr – On The Subway

02. Wolfsheim – The Sparrows and the Nightingales

03. R.E.M. – Airportman

04. Bat for Lashes – Daniel

05. Moby – Rockets

06. Sufjan Stevens – All for Myself

07. Depeche Mode – Precious

08. Death in Vegas – Girls

09. Dead Man’s Bones – In The Room Where You Sleep

10. Air – Playground Love

11. Editors – Papillon

12. Brian Reitzell & Roger J. Manning Jr – 50 Floors up

13. Arcade Fire – Half Light II (No Celebration)

 

Konzert: Sufjan Stevens am 07.05.2011 im Admiralspalast, Berlin 10. Mai 2011

Einsortiert unter: Veranstaltungen — Lardt @ 12:34 nachmittags

Aus universitären Gründen folgt dieser Konzertbericht leider ein paar Tage zu spät. Ich bitte dies zu entschuldigen.
Am letzten Samstag, den 07.05., war es endlich soweit: Ich konnte meine Top5 endlich vollmachen! Nun habe ich all meine fünf Lieblingsinterpreten live gesehen: Die Smashihttp://s7concepts.com/wp-content/uploads/2010/12/Sufjan.jpgng Pumpkins, R.E.M., die Decemberists, Coldplay und nun auch endlich Sufjan Stevens! Im Zuge seiner “The Age of Adz”-Tour kam er am letzten Wochenende in den Admiralspalast nach Berlin. Eine perfekte Location für ein Konzert, welches man durchaus auch eine Show bzw. ein Erlebnis nennen durfte. Denn so etwas wie Samstag hatte ich bisher noch nicht erlebt. Aber gut, fangen wir von vorne an.
Der altehrwürdige Admiralspalast bildete wie bereits erwähnt den perfekten Rahmen. Das nun mehr beinahe 140 Jahre alte Gebäude gehört zu den renommiertesten Vergnügungsstätten der Stadt und die zahlreichen Logen und altmodischen Verzierungen im Saal sorgten für eine herrlich historische Atmosphäre. Nach der “Vorband” DM Stith (ein Folk-Künstler, der nur mit seiner Gitarre und ein paar Reverb-Effekten den kompletten Saal zu erfüllen vermochte), betrat auch schon Sufjan Stevens gegen 21 Uhr die Bühne und bereits nach dem ersten Stück “Seven Swans”, dem einzigen Lied, welches während des Hauptsets nicht vom letzten Album “The Age of Adz” bzw. von der letzten EP “All Delighted People” stammte, war das Publikum und so auch ich absolut begeistert. Die an sich recht spärlich instrumentierte Studioversion würde mit E-Gitarren und sonstigem musikalischen Allerlei aufgepeppt und der Song stellte augenblicklich einen frühen Höhepunkt des Abends dar.
Dann wurden das letzte Albums und einige Lieder der letzten EP durchgespielt. Und die Show dazu war wahnsinnig überladen. Zahlreiche Kostüme (u.a. riesige Schwanflügel oder auch einen lustiger Astronautenanzug) trug Sufjan während der Show, dutzende von coolen Lasereffekten, die gänzlich im Gegensatz zum altehrwürdigen Admiralspalast standen und auch sehr schön zu den einzelnen Liedern abgestimmte Kunstfilmchen auf einer riesigen Leinwand hinter der Band sorgten auch für einen optimischen Genuss sondergleichen. Ob diese Farben und das Spektakel nun positiv für die Musik waren, oder eher nicht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich war restlos begeistert. Danach folgten auch meine Lieblingssongs des neuen Albums “I Walked” und “Vesuvius”, die in ihren Live-Versionen noch einmal ein Stück druchvoller waren, als auf der Platte. Speziell bei “Vesuvius”, als nach einem Soundgewitter der Extraklasse auf einmal nur noch eine mittelalterliche Flöte blieb, die eine wehmütige, traurige Melodie spielte, konnte ich die ein oder andere Träne der Rührung nicht mehr zurückhalten.
Dann, gegen Mitte des Sets, erklärte Sufjan mithilfe einer kleinen Slideshow das Konzept hinter seinem aktuellen Album: Es basiert auf der Kunst des amerikanischen Outsider-Künstlers Royal Robertson, der schizophren wurde und in diesem Zustand comicähnliche Kunstwerke über Liebe, Schmerz und das Ende der Welt schuf. So konnte man nun auch die teilweise wirklich durchgeknallten Showeinlagen zu den Songs erklären, spiegelten sie doch nur das verrückte, nicht nachvollziehbare Weltbild des Royal Robertson wider.
Die Hauptsetliste endete mit dem 25 Minuten langen “Impossible Soul”, einem Song, der aus zahlreichen Einzelsongs besteht und der von disko-ähnlichem Getanze über melancholischem Lauschen bis zu lässigem Fußwippen nahezu alles für das nun beinahe extatische Publikum bietete. Dann, während der Zugabe, spielte Sufjan “endlich” drei seiner Klassiker vom Album “Illinois”. Von mir aus hätten es noch mehr seiner herausragenden Folk-Songs sein können, aber ein Künstler ist nun mal keine Jukebox und sein aktuelles Material ist natürlich genauso klasse. “Concerning the UFO Sightning near Highland, Illinois” performte Sufjan alleine am Klavier, “John Wayne Gacy Jr.” über den gleichnamigen Serienmörder rührte auch in der Liveversion. Aber ein weiteres Highlight hatte er sich natürlich bis zum Schluß aufgehoben: “Chicago”, der Rausschmeißer des Abends, brachte den Saal noch einmal dazu, das Tanzbein zu schwingen und unter einer riesigen Menge Luftballons und Konfetti endete der Abend, der sich sicherlich auch bald in meine Top5 meiner Lieblingskonzerterlebnisse einsortieren wird. Ich freue mich bereits jetzt auf Sufjans nächsten Besuch in Deutschland, aber dieses Mal soll er sich bitte nicht fünf Jahre Zeit lassen.

PS: Für Fotos war an diesem Abend leider keine Zeit. Ich war einfach zu gebannt und wollte nichts auf der Bühne verpassen. Zumal die Lichtverältnisse nun wirklich nichts für meine miese Handykamera waren. Wer Bilder sehen möchte, schaut einfach hier.

 

Konzert: Friska Viljor am 05.05.2011 im Astra Kulturhaus, Berlin 6. Mai 2011

Einsortiert unter: Veranstaltungen — Lardt @ 4:58 nachmittags

Friska Viljor gehören seit geraumer Zeit zu meinen Lieblingsbands, wenn es um fröhliche, frühlingshafte Musik geht. Das Dou aus der schwedischen Hauptstadt spielt Folk-Rock mit starken Indie- und Pop-Anleihen. Ihre Musik läd zum Tanzen, Herumspringen und Spaß haben ein. Und genauso war es auch am gestrigen Abend im Astra Kulturkaus an der Warschauer Straße in Friedrichshain.
Die Location an sich bietete den perfekten Rahmen für ein sehr spaßigen Konzert, welches meine Erwartungen und Hoffnungen absolut erfüllen konnte. Das Astra Kulturhaus ist ein Teil eines großen ehemaligen Industriegeländes, auf dem sich noch weitere Konzertlocations, Discos und Kneipen befinden. Das Ambiente ist dementsprechend roh und punkig, besonders die Lampen aus dem mittlerweile abgerissenen Palast der Republik sorgten für eine wirklich coole Stimmung. Auch der Sound konnte sich hören lassen, wenn man vor allen Dingen an den breiigen Soundmatsch bei meinem letzten Konzert von den Beatsteaks in der natürlich weitaus größeren Westfalenhalle 1 in Dortmund denkt (einen Bericht über dieses Konzert ersparte ich mich, da ich doch von Akustik, Band und Publikum enttäuscht war… und wenn man nichts Nettes sagen kann, sollte man lieber gar nichts sagen).
Der Abend begann im mit ca. 1.500 Menschen (ich kann sooo schlecht schätzen…) gut gefüllten Konzertsaal mit der Vorband “William the Contractor”, deren kreativer Kopf niemand geringeres als der Schlagzeuger von Friska Viljor ist. Die Musik war ganz gut, dem Sound von Friska Viljor sehr ähnlich, wenn auch etwas ruhiger und akustischer. Ergo: Ein netter Einstieg in den Abend. Dann um ca. 22 Uhr betrat der Hauptact die Bühne und Friska Viljor machte keine Gefangenen: Sofort wurde ein Folk-Party-Knaller nach dem anderen gespielt und erst etwa in der Mitte der Setliste, als die Band einen ruhigeren, akustischen Mittelteil einschob, konnte man etwas durchschnaufen. Dabei spielte die Band um die beiden Kumpels Daniel Johansson und Joakim Sveningsson Songs aus allen, mittlerweile vier Alben und der Bandsound variierte im Vergleich zu den Studioaufnahmen hin und wieder: Einige Songs luden mit einer grandiosen E-Gitarre zu weiteren Spring- und Schunkelübungen ein (da ich eher der Typ “zur Musik wippen” als der Tänzer bin, nahm ich lieber die Einladung zum Schunkeln an).
Die Highlights des ersten Albums “Bravo!” sparten sich die Beiden bis zum Schluß auf, als sie u.a. während der insgesamt drei (!) Zugaben meine beiden Lieblingssongs “Oh Oh” und “Shotgun Sister” spielten. Mit den letzten ausklingenden Noten von eben diesen Songs war mir sofort bewusst, dass Friska Viljor bei diesem letzten Konzert ihrer Tournee 2011 alles richtig gemacht haben: Die optimale Songauswahl, die perfekte Instrumentierung, die richtige Länge des Konzerts und vor allem das Fehlen von jeglichen Publikumsanimationen a la “Now put your hand in the air!” (bei guten Bands macht dies das Publikum von alleine und so war es gestern auch der Fall). Ein gelunger Konzertabend und abermals eine Empfehlung an alle Folk-Enthusiasten doch mal in die Alben dieser Bands hineinzuhören.

 

 
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