Alben: Best of R.E.M. – TOP 5

9. Februar 2010

R.E.M. gehören zu meinen absoluten Lieblingsbands und haben auf meinem Blog bisher noch überhaupt keine Erwähnung gefunden. Damit soll jetzt Schluß sein und sie bekommen nun anhand einer TOP 5 die Würdigung, die sie verdienen. Für mich ist R.E.M. eine sehr wichtige Band, da ihr Album “Reveal” das erste Album war, dass ich kaufte und nicht den Titel “Bravo Hits” trug. Sprich: R.E.M. haben mir die Tür weg vom Mainstream geöffnet und dafür bin ich ihnen nach wie vor sehr, sehr dankbar!
Es war im Jahre 2002 als ich “Reveal” im Hammenser Bertelsmann-Laden kaufte und seitdem für ca. 3 Jahren nichts anderes mehr hörte. Ich habe auch nach wie vor alle CDs, Bücher, DVDs aus dieser Zeit und schaue immer noch gerne beispielsweise ihren grandiosen Auftritt in Wiesbaden aus dem Jahr 2003. Auch wenn die Jungs aus Athens, Georgia ihre Stellung als meine absolute Lieblingsband vor bereits 5 Jahren an die Smashing Pumpkins verloren haben, so gehören sie immer noch zu meinen Lieblingsbands und ich kann ihr neues Album kaum noch erwarten. Daher zur Verkürzung der Wartezeit meine fünf Lieblingsalben:

Platz 5: “Murmur” (1983)http://www.rockmusic.cz/imgs/REM-Murmur-cover.jpg
Meine Liste beginnt mit dem Debutalbum der Band. Es steht quasi im vollkommenen Gegensatz zu den aktuellen R.E.M.-Alben aus den 00er-Jahren: Michael Stipes Stimme ist extrem in den Hintergrund gemischt, seine Texte sind kryptisch und nahezu uninterpretierbar und die Melodien sind bei weitem nicht so poppig. “Murmur” ist von einer wohligen Düsternis getragen und hat wohl die Indie- und Alternativszene der 80er Jahre wie kaum ein anderes Album geprägt; Songs wie “West of the Fields” und “We Walk” gehören heute noch zu meinen Favorites.

Platz 4: “Lifes Rich Pageant” (1986)http://blogs.creativeloafing.com/cribnotes/files/2008/05/lifesrichpcover.jpg
Das Album aus meinem Geburtsjahr hat eine ganz eigene Grundstimmung: Wenn ich “Lifes Rich Pageant” höre denke ich sofort an die Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges: Besonders Lieder wie “Swan Swan H” oder “Cuyahoga” sorgen für die grandiose Stimmung auf diesem Album. “Fall on me”, welches von Michael Stipe noch heute als einer seiner Lieblingssongs bezeichnet wird, gibt schon einmal einen Vorgeschmack auf die Melodieseeligkeit der späteren R.E.M.-Phase.

Platz 3: “Reveal” (2001)http://photo.sing365.com/music/picture.nsf/R-E-M-Reveal-Cover/48256C71003578A248256A460001E9D9/$file/reveal.jpg
Wie gesagt, dieses Album hat große musikhistorische Bedeutung für mich. Und auch sonst höre ich dieses Album besonders gerne im Juli oder August, bzw. respektive im tiefsten November, wenn ich mal wieder ein wenig sonnendurchflutete Sommermusik benötige. Auch wenn “Reveal” von einer Fröhlichkeit wie kaum ein anderes R.E.M.-Album durchzogen ist,  sorgen Lieder wie “I’ll Take the Rain” oder “Saturn Return” für die nötige Portion Melancholie.

Platz 2: “New Adventures in Hi-Fi” (1996)http://2.bp.blogspot.com/_fBYsHux00-M/R9fqfCKod3I/AAAAAAAAAwI/xqPk39eZYUs/s320/9%2BNew%2BAdventures%2Bin%2BHi-Fi.jpg
Mein zweiter Platz wurde in der Mitte der 90er veröffentlicht und strahlt für mich wie kaum ein anderes Album diesen Zeitgeist aus. R.E.M. rocken sich hier die Seele aus dem Leib. “NAIH” ist das letzte Album mit dem ehemaligen Drummer Bill Berry und der haut auch wirklich noch einmal so richtig auf die Pauke: “Undertow” rockt hart, “So Fast, So Numb” ist der perfekte Popsong und “Be Mine” ist eines der schönste Liebeslieder, obwohl das Wort “Love” nicht ein einziges Mal vorkommt.

Platz 1: “Automatic for the People” (1992)http://nicebaldies.files.wordpress.com/2008/11/rem-automatic_for_the_people-frontal1.jpg?w=116&h=113
Dies ist es, das beste R.E.M. Album ever. Und es ist mit Abstand das schwärzest, düsterste und traurigste Stück Musik der Band aus Athens. Nicht umsonst war es das letzte Album, das Kurt Cobain vor seinem Selbstmord gehört hatte. Man kann “Automatic for the People” nicht einfach zwischendurch hören, man muss sich Zeit nehmen um die Melancholie, die aber nie depressiv wird, richtig schön genießen zu können. “Drive”, “Try Not To Breathe” und nicht zu letzt “Find the River” sind Songs für die Ewigkeit.


Movie: Zombieland vs. Shaun of the Dead

2. Februar 2010

Heute gibt es den ultimativen Shootout: “Zombieland” gegen “Shaun of the Dead”. Für diese beiden Filme wurde das Genre “Zombiekomödie” erst erfunden. Aus diesem Grund liegt es nahe, beide Filme einmal genauer zu betrachten und schlicht und einfach die Frage zu beantworten: Welcher Film ist lustiger?
Die Geschichten der beiden Filme sind eigentlich recht identisch: Der Hauptcharakter (in “Zombieland” ein jugendlicher Nerd, in “Shaun of the Dead” ein 29-jähriger Elektronikmarktverkäufer) steht einer Horde Zombies gegenüber, die sich in den USA respektive Großbritannien wie ein Virus ausgebreitet hat. Mithilfe einiger Nichtinfizierter versucht er der Plage Herr zu werden und ganz nebenbei eine Frau zu erobern (eine gutaussehende Unbekannte vs. die Ex-Freundin).
Eigentlich bin ich kein großartiger Zombiefilmfan. “Night of the Living Dead” und Konsorton habe ich nicht gesehen, aber trotzdem interessierten mich beide Filme: “Zombieland” aufgrund der Hauptdarsteller Jesse Eisenberg (“Adventureland”) und Abigail Breslin (“Signs”), “Shaun of the Dead” aufgrund des allseits bekannten und beliebten britischen Humors. Und als Fazit: Beide Filme lohnen sich!

“Shaun ohttp://scrapetv.com/News/News%20Pages/Health/Images/shaun-of-the-dead.jpgf the Dead” ist britisch durch und durch. Insbesondere Shauns Kumpel Ed (der wahrscheinlich sämtliche Britenklischees in sich vereint, die es gibt) ist für dutzende Lacher gut. Auch sonst ist der Humor durchaus das ein oder andere Mal absurd. So gibt es nur einen einzigen sicheren Ort in ganz London, an den sich Shaun und seine Kumpanen zurückziehen können: Das Winchester, Shauns Stammpub. Dennoch zündet nicht jeder Gag. Highlight für mich war ganz klar der Fernsehbericht am Ende des Films, in dem Coldplay für Opfer der Zombiekatastrophe ankündigen, ein Benefizkonzert zu geben. Einer der besten Cameoauftritte ever.
Die Gagdichte ist dabei jedoch nicht so hoch wie bei dem Gewinner in meinem Shootout: Zombieland. So typisch britisch “Shaun of the Dead” ist, so typisch amerikanisch ist “Zombieland”. Und es fehlen weder der Nerd, der Actiontyp, noch die taffe, gutausehende Frau. Aber alle vier Hauptdarsteller glänzen, genauso wie der gelungene http://www.moviepilot.de/files/images/0221/9647/Zombieland_article.jpgSoundtrack. Auch wenn die Gags manchmal auf Niveau einer Highschoolklamotte sind, so hat “Zombieland” meiner Meinung nach die Nase vorn. Und auch hier gibt es einen grandiosen Cameoauftritt (Achtung, Spoiler!): Nachdem sie nach Beverly Hills fahren, treffen die Hauptfiguren keinen geringeren als Bill Murray, der die Zombieplage überlebt hat.
Fazit: Beide Filme sind empfehlenswert, wobei die amerikanische Zombiekomödie durch eine größere Menge an Gags die Nase etwas weiter vorne an.

Shaun of the Dead (UK, 2004)
Regie: Edgar Wright; Cast: Simon Pegg, Nick Frost, Kate Ashfield
IMDb-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt0365748
Bewertung: 8,0/10

Zombieland (USA, 2009)
Regie: Ruben Fleischer; Cast: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone
IMDb-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt1156398
Bewertung: 8,5/10


Album: Tocotronic – Schall und Wahn

24. Januar 2010

Ich bin eigentlich kein absoluter Riesenfan der Band aus Hamburg. Ich finde ein paar ihrer Lieder aus den 90ern ganz cool und die beiden Alben “K.O.O.K.” (für mich eine 7/10) und “Kapitulation” (für mich 9/10) hahttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51wjS4zEq2L.jpgben es sogar in mein CD-Regal geschafft. Aus diesem Grund war ich eigentlich auch recht gespannt, was das neue Album von Tocotronic angeht. Und jetzt ist es also erschienen. Das erste, was mir als sehr oberflächlicher Mensch direkt ins Auge gefallen ist, ist das unsagbar absurde Plattencover. Und absurd meine ich im Sinne von merkwürdig bzw. häßlich und nicht im Sinne von lustig. Ein Blumenstrauß. Einen Moment lang war ich mir nicht sicher, ob ich ein Rockalbum oder eine Sonderausgabe des Magazins “Mein Garten” vor mir liegen hatte. Aber gut, wichtig ist ja, was im Inneren des CD-Cases ist.
Und was ich dort gehört habe, hat mir gar nicht gefallen. Beinahe völlig melodielos plätschern die meisten der 12 Songs einfach so vor sich hin. Was das Vorgängeralbum “Kapitulation” ausgemacht hat (nämlich wunderschöne, abwechslungsreiche Melodien, sehr bewegende Texte und eine abwechslungsreiche Instrumentierung) fehlt hier fast gänzlich. Einige Melodien, beispielsweise in “Mach es dir selbst”, klingen einfach so, als hätte man sie schon tausende Male gehört. Und auch die Texte… Beim Hören der CD schwebten imaginär die Worte “Hey! Hoher Anspruch!” durch den Raum, was durch die in den Liedtexten vorkommende Abstrakta wie “Widerstand”, “Ideologie” oder “Normativität” auch noch verstärkt wird. Die Vorstellung, dass typische BWL-, Japanologie- und Theologiestudenten wild umhertanzend und “Hey, ich bin total Indie, weil ich Tocotronic höre” herausschreien, macht mir die Musik noch weiter kaputt. Klar, bin ich auch Student, aber muss ich deswegen auch diese Musik hören, die offensichtlich nur für die “geistige Elite” geschaffen wurde? Ich habe aber einfach das Gefühl, dass die Band genau das möchte. Klar, die Texte mögen intelligent sein, aber sie berühren mich nicht. Und auch die Musik an sich ist auf Albumlänge einfach nur langweilig. Naja, vielleicht bin ich auch einfach nur zu dumm.

Erscheinungsdatum: 22.01.2010
Anspieltipps: Die Folter endet nie
Hörproben: http://www.tocotronic.de/
Bewertung: 3/10


Movie: Up in the Air

17. Januar 2010

Inhalt: Ryan Bingham hat eine nicht gerade beneidenswerte Arbeit: Für eine Firma in Omaha, Nebraska feuert er amerikaweit Leute aus ihren Jobs. Dabei fliegt http://www.moviepilot.de/files/images/0230/2201/Bild_UpInTheAir_article.jpger mit der American Airlines quer durch die USA und steht kurz davor seinen Lebenstraum zu erfüllen: Das Erreichen von 10.000.000 Flugmeilen. Doch als die junge, ehrgeizige Geschäftsfrau Natalie Ryans Chef überzeugen kann die Entlassungen nur noch online via Computer durchführen lassen, sieht Ryan sein Felle davonschwimmen. So versucht er Natalie Keener seine Welt zwischen Fliegern, Hotels und schnellen Flughafenliebschaften zu zeigen, doch bringt dies ihn selbst nun dazu, seinen Job und sein Leben zu überdenken.

Bewertung:
Während meines dreitägigen Nottinghamaufenthaltes stand dann mal wieder ein Kinobesuch auf dem Plan: Dies mal sollte es der neue Film von George Clooney sein, dessen größter Fan ich eigentlich nicht so wirklich bin. Doch die Tatsache, dass “Up in the Air” von Jason Reitman gefilmt wurde, dem Regisseur eines meiner Lieblingsfilme “Juno”, lies mich dann doch recht optimistisch sein. Die äußeren Grundvorrausetzungen im Broadway Cinema, Nottingham konnten besser nicht sein, da das Kino ein typisches, privat geführtes 19.Jahrhundet-Style Kino war und so eine sehr angenehme Atmosphäre herrschte.
Und auch der Film konnte mich bereits nach einigen Minuten überzeugen. Während ich eher eine seichtere, lockere Hollywood Liebeskomödie erwartete, stellte sich “Up in the Air” als viel tiefergehend heraus. Zu Beginn des Films war auch alles sehr locker und flockig und auch George Clooney konnte mit einigen lustigen Sprüchen aufwarten. Doch je mehr der Film fortschritt und je mehr sich Ryan Bingham über sein Leben bewusst wurde, desto melancholischer und nachdenklicher wurde der Film. Auch die wunderschönen Luftaufnahmen der US-Städte wie Omaha, St.Louis, Millwaukee usw. wußte genauso zu überzeugen, wie der bei Jason Reitman traditionell hervorragende Soundtrack.
Alles in allem kann ich den Film allen Fans von George Clooney-Filmen, nachdenklichen Tragikkomödien und einfach sehr guten amerikanischen Filmen ohne den typischen Hollywood-Pathos empfehlen.

Up in the Air (USA, 2010)
Regie: Jason Reitman; Cast: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick
IMDb-Eintrag: http://www.imdb.com/title/tt1193138
Bewertung: 8,5/10


Album: Smashing Pumpkins – Adore Demos II

6. Januar 2010

Dieser Blogeintrag dient eher einer Art Selbsttherapie denn einer Plattenkritik. Was Musik angeht bin ich momentan etwas deprimiert, da dass großartig angekündigte Mammumtalbum “Teargarden by Kaleidyscope” von den Smashing Pumpkins, bzw. von demhttp://www.thepumpkins.net/mp3/adore_demos_ii/art/folder.jpg, was von der Band übrig geblieben ist, nicht “zu Potte kommt”. Billy Corgan kündigte Mitte September an, dass er alle 2-3 Wochen einen Song online veröffentlichen wolle. Seit dem Release des ersten, wirklich guten Songs “A Song for a Son” sind nunmehr 4 Wochen vergangen und der nächste Song wird wohl auch erst in frühestens 2 Wochen erscheinen. So schnell werden aus 2 Wochen 4 Wochen. Na prima. So sehr ich die Pumpkins liebe, so unglaublich enttäuscht bin ich (mal wieder) von diesem nicht gehaltenen Versprechen. Da gibt es nur eins: Sich an den früheren Großtaten der Pumpkins erfreuen!
Bei den “Adore Demos II” handelt es sich um eine Sammlung akustischer Demoversionen von zum einen Teil später veröffentlichten und zum anderen Teil gar nicht veröffentlichter Songs, die musikalisch und textlich im Fahrwasser meines absoluten Lieblingsalbum ever (“Adore”) entstanden sind. Diese Songsammlung ist bisher nur im Internet erschienen und ob sie jemals eine richtige Veröffentlichung erfahren wird, steht in den Sternen.
Grob zusammen gefasst bestehen alle Songs nur aus Billy Corgan und einer Akustikgitarre. Meiner Meinung nach ist Billy in dieser Zusammenstellung am besten! So auch hier bei den insgesamt 17 Liedern der Adore Demos II (Es exisiert auch ein Part I, der mir jedoch nicht sooo gefällt). Das großartige “Let Me Give the World to You”, welches auch auf dem Album “Machina II” erschien, ist ebenso vertreten wie das nachdenkliche “Winterlong” (später auf “Judas O” veröffentlicht) und das pechschwarze, depressive “Jersey Shore”, der meiner Meinung besten B-Side der Pumpkins.
Gut, dass Billy Corgan hunderte um hunderte Songs geschrieben hat und man sich so darüber bewusst werden kann, dass in dem alten Knaben doch irgendwo noch immer dieses Talent versteckt sein muss. Der letzte Funken Hoffnung für die Zukunft ist bei mir also noch nicht verloschen…

Erscheinungsdatum: nicht offiziell veröffentlicht
Anspieltipps: Winterlong, Jersey Shore, Valentine
Hörproben: Hier ein paar Songs der “Adore Demoss II” downloaden
Bewertung: 9/10


Album: Karen O And The Kids – Where the wild things are (OST)

4. Januar 2010

Zum Start ins neue Jahrzehnt gibt es mal wieder eine kleine Albumkritik. Und dieses Mal beschäftigt sie sich mit dem Soundtrack eines der besten Filme des vergangenen Jahres: “Where the wild things are” bzw.  “Wo die wilden Kerle wohnen”. Geschrieben und aufgenommenhttp://www.zuckerkick.com/wp-content/uploads/2009/10/karen-o-and-the-kids3-300x300.jpg von Karen Orzolek, der Sängerin der Band “Yeah Yeah Yeahs” mit der ich eigentlich nicht so wirklich etwas anfangen kann. Daher war ich auch zunächst bei dem Filmsoundtrack etwas skeptisch.  Doch dies erwies sich während des Schauens des Films als völlig unbegründet: In der Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuches geht es um den kleinen Max, der sich in seine eigene Traumwelt träumt, die von merkwürdigen Kreaturen, den wilden Kerlen, bewohnt ist. So wie der Film in der Phantasie eines Kindes spielt, so phantasievoll ist auch der Soundtrack, der die perfekte Untermalung für “Wo die wilden Kerle wohnen” darstellt. Spärliche, akustische Instrumentierungen, niedliche Kinderliedermelodien und (nicht zuletzt) die zahlreichen Kinderchöre machen aus der Soundtrack ein gelungenes und vorallendingen homogenes Album. Die Musik ist jedoch nicht locker, flockig wie ein typisches Kinderlied a la “Alle meine Entchen”. Sie ist durchaus melancholisch und ein wenig schwermütig, wie auch der Film eher düster und melancholisch daherkommt. Sprich: Sowohl Film, als auch Soundtrack sind auch für die ältere Generation interessant; besonders für diejenigen, die gerne nachdenkliche, aber trotzdem beschwingte Wohlfühlmusik hören.

Erscheinungsdatum: 18.12.2009
Anspieltipps: All is Love, Hideaway, Food is still Hot
Hörproben: http://www.dgcrecords.com/promos/wherethewildthingsare/default.aspx
Bewertung: 8/10


“Christmastime has come, …”

23. Dezember 2009

“…there’ll be toys for everyone!


Top 10: Filme im Jahr 2010

15. Dezember 2009

Anstatt zurückzublicken, werde ich heute mal einen Blick nach vorne werfen. 2010 stehen uns auch wieder einige großartige Filme bevor, zumindest was deren Beschreibungen und Titel angeht. Klar, hat man jetzt noch nicht den Blick auf all die kleineren, wahrscheinlich viel tiefsinnigeren und anspruchsvolleren Independent-Filme, aber das, was ich bisher bei meinen Recherchen auf verschiedenen Internetseiten für das Filmjahr 2010 finden konnte, klingt schon recht vielversprechend. Im nächsten Jahr wird es (wieder einmal) viele Remakes, aber auch einige pseudo- und wirklich historische Filme geben, zahlreiche Trashfilme aus dem Horror- oder SciFi-Bereich, aber so richtige neue Blockbuster im Stile von “Herr der Ringe” sind bislang nicht in Aussicht. Aber nun gut, hier meine TOP 10 der Filme, “I am looking forward to”.

10. “Up in the Air” mit George Clooney, Vera Farmiga (04.02.2010)
George Clooney spielt einen Vielflieger, der als Hobby Flugmeilen sammelt. Und nun steht er kurz vor der Millionengrenze und Meilenkönig zu werden. Doch leider geht einiges schief und so rückt sein Lebensziel in weite Ferne.

09. “Cowboys and Aliens” mit Robert Downey Jr. (noch kein fester Termin 2010)
Trash at its finest. Apachen und Weiße befinden sich im Krieg, als sie plötzlich von Außerirdischen angegriffen werden und sich zusammenrotten müssen, um die Angreifer abzuwehren.

08. “Das Bildnis des Dorian Gray” mit Colin Firth, Ben Barnes (18.03.2010)
Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Oscar Wilde. Der junge, schöne Dandy Dorian Gray kann sein äußerliches, jugendliches Aussehen bewahren, während er innerlich immer weiter altert.

07. “Das Kabinett des Dr. Parnassus” mit Heath Ledger, Johnny Depp (07.01.2010)
Ein völlig durchgeknallter Filme der die Wichtigkeit des Geschichtenerzählens zum Thema hat. Dabei verändert der Hauptcharakter sein Aussehen während des Films und wird sowohl von Heath Ledger und Johnny Depp, als auch von Jude Law und Colin Farell gespielt.

06. “MacGruber” mit Will Forte, Val Kilmer (31.12.2010)
Endlich ist jemand auf die Idee gekommen eine Parodie auf “MacGyver”, den 80er Jahre Helden, zu machen. Auch in diesem Film wird MacGruber wahrscheinlich wieder aus den verrücktesten Haushaltsgeräten die absurdesten Waffen schmieden. Das wird klasse!

05. “Kampf der Titanen” mit Sam Worthington, Gemma Arterton (01.04.2010)
Dies wird ein “All or Nothing”-Film werden: Die Geschichte über den griechischen Helden Perseus und seine Geliebte Andromeda wird im besten Fall ein sehr cooles Spektakel für Liebhaber des griechischen Mythologie (in etwa so wie “Troja”) oder im schlechtesten Fall ein dämliches Gemetzel mit dummen Sprüchen (in etwa so wie “300″).

04. “The Road” mit Viggo Mortensen, Charlize Theron (13.05.2010)
Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Cormac McCarthy, der für dieses Buch auch den Pulitzer-Preis erhielt. Hier geht es um ein post-apokalyptisches Amerika, in dem ein Vater und sein Sohn sich durch das verbrannte Land nach Süden durchschlagen.

03. “The Last Pharaoh” mit Will Smith (noch kein fester Termin 2010)
Und hier mal ein schöner pseudohistorischer Film und dann auch noch einer, der im alten Ägypten spielt. Und das i-Tüpfelchen ist auch noch, dass der Pharao Taharqa, der im 7.Jahrhundert v.Chr. die Assyrer aus dem Land am Nil vertreiben will, von keinem geringeren als Will Smith gespielt wird!

02. “Lincoln” mit Liam Neeson, Sally Field (noch kein fester Termin 2010)
Das Filmjahr 2010 wird auch von vielen Biographien geprägt sein, “Lincoln” ist wohl eine der interessantesten. Der amerikanische Präsident Abraham Lincoln wird in diesem Steven Spielberg-Film von dem Nordiren Liam Neeson gespielt, eine Rolle die ihm wie aufs Leib geschneidet zu sein scheint.

01. “Alice im Wunderland” mit Mia Wasikowska, Johnny Depp (04.03.2010)
Und das ist der Film, auf dem ich mich (und sicherlich Hunderttausende andere Filmfreunde) am meisten freue. Tim Burton verfilmt einen klassischen Roman, aus der viktorianischen Zeit. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Das wird ein optischer Höchstgenuß!


Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei…

10. Dezember 2009

Heute ist Donnerstag, der 10.12.09. Das heißt 2 Tage vor meiner Abreise aus Nottingham und gleichzeitig das zwischenzeitliche Ende meines Auslandsaufenthaltes. 3 Monate sind vorbei und natürlich vergingen sie wie im Flug. Aber ich denke mal, dass dies ein gutes Zeichen ist. Und nun versuche ich mich an einem kleinen Fazit, auch wenn dies wahrscheinlich erst in ein paar Wochen möglich sein wird, wenn die Erlebnisse langsam verarbeitet sein werden.
Es hat sich wirklich gelohnt hier nach Nottingham zu kommen. Eine nette Stadt, die besonders in der Innenstadt, an Bochum, Essen oder Duisburg erinnert. Dies machte es mir sehr einfach mich hier einzugewöhnen, auch wenn meine Vorstellungen von einer schönen mittelalterlichen, englischen Stadt nicht erfüllt wurden. Aber gut, als Kind des östlichen Ruhrpotts ist dies wahrscheinlich sogar ein Pluspunkt. Auch die Uni war sehr schön. Besonders der Campus hat mir sehr zugesagt. Alles ist sehr schön nebeneinander, anders als in Münster, wo alles über die Stadt verstreut ist. Auch die Vorlesungen waren recht interessant. Die Dozenten waren viel lockerer als in Deutschland, man hatte eine viel persönlichere Beziehung, aber gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass das Niveau der Vorlesungen nicht so hoch war wie in Münster. Was aber durchaus auch seine positiven Seiten hat.
Auch einige nette Leute habe ich kennengerlernt, die mir zeigten, dass nicht jedes englisches Klischee auch mit der Realität übereinstimmt. Durch meine supernetten Mitbewohner habe ich hier einige Dinge erlebt, die ein “normaler” ERASMUS-Student aus dem Studentenwohnheim wahrscheinlich nicht erlebt hat: Einige coole Szenepubs, der supergeilen Hockley Hustle (der Konzertabend im Oktober) und allen voran der Besuch eines Spiel von Nottingham Forest werden mir in sehr guter Erinnerung bleiben.
Trotzdem hab ich auch einige negative Erfahrungen gemacht: Die unglaubliche teuren Busfahrten, die zahlreichen Hausarbeiten, die mich fast 2 Monate in Beschlag nahmen und mich so an einigen coolen, weiteren Unternehmungen hinderten, und das Essen natürlich: Kein vernünftiges Brot, kein frisches Obst und von den englischen Gerichten brauch ich gar nicht erst zu sprechen (ganz akut habe ich vor 30 Minuten einen sogenannten “Mince Pie” gegessen, einen merkwürdigen Kuchen mit tausend verschiedenen Früchten drin, und habe auch prompt totale Bauchschmerzen; ich hoffe, dass ich den Kuchen drin behalte…)
Morgen steht dann auch schon das Packen an und die letzten Vorbereitungen für den Abflug werden getroffen. Und dann geht es (endlich) wieder nach Hause! So schön England war und so sehr ich mich auch auf ein weiteres kurzes Gastspiel im Januar freue, zu Hause ist es doch am schönsten. Auch wenn die Internationalität im ERASMUS-Programm supercool war und ich Leute aus der ganzen Welt kennengelernt habe, so möchte ich die nächsten Wochen mein Werries nicht mehr verlassen. Vielleicht mal nach Uentrop oder Ostwennemar rüber, aber weiter fahr ich nicht…

(von oben nach unten, von links nach rechts): 1. das Gatehouse zum Wollaton Park, 2. unser “Garten” (eher eine betonierte Fläche hinter unserem Haus), 3. Nottingham at night, 4. eine Tänzerin beim Hockley Hustle, 5. beim Rugbymatch im Stadion von Notts County (ältester Fußballverein der Welt), 6. “Mitten im Leben” auf RTLnow.de war mir ein ständiger Begleiter (dies hab ich wirklich dort gesehen: es ging um einen eifersüchtigen Ehemann im Ruhrgebiet)


Der Tag, an dem ich zu einem der “Reds” wurde…

5. Dezember 2009

Heute war es endlich soweit: Das einzige, was ich mir für meinen Nottinghamaufenthalt zu 100 Prozent vorgenommen hatte, stand heute auf dem Programm. Der Besuch des “City Grounds”, dem Stadion von Nottingham Forest, den “Reds”. Nottingham Forest ist vielen in Deutschland ein Begriff, besonders von ihren Landesmeistertiteln aus den Jahren 1979 gegen Malmö FF und 1980 gegen den HSV (übrigens hat es bis dato keine andere Mannschaft geschafft, in zwei aufeinander folgenden Jahren den Europapokal der Landesmeister zu gewinnen).
Also heute spielte Forest gegen Leicester City (sprich: Lester, um mal klugzuscheißen), dem momentan Drittplatzierten der Football League Championship, also der 2.Liga. Forest war vor Beginn des Spiels immerhin auf Platz 4. Als ich am Stadion ankam, merkte ich sofort den Hauch von Geschichte. Seit 1898 spielt Forest hier und das Stadion war auch heute mit 29.000 Zuschauern ausverkauft. Ich hatte bisher schon einige Spiele von Forest im Fernsehen gesehen. Und was ich da sah, war nicht so wirklich berauschend: 0:0 gefolgt von 1:1 gefolgt von einem knappen 1:0. Also ging ich was das Spiel angeht auch mit sehr niedrigen Erwartungen in den City Ground.
Ich war jedoch von der Stimmung im Stadion überrascht. Trotz der geringen Größe des Schmuckkästchens entstand eine mitreisende Atmosphäre, die von einem Dauergesang der Nottinghamer Fans geprägt wurde. Und kurz nach Anpfiff ging es dann auch Schlag auf Schlag. Forest hatte heute offenbar einen absoluten Glückstag erwischt: Ihnen gelang ein Tor nach dem anderen. Endstand: 5:1 (!). Und die Tore waren auch wunderschön herausgespielt und nicht einfach nur in die Maschen gebaselt. Besonders der Waliser Robert Earnshaw fiel mir positiv auf: Wunderschöne Ballstafetten, astreine Tricks und nicht zuletzt seine drei Tore machten ihn zum Matchwinner. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat schon mit ihm Bekanntschaft gemacht: 2002 verlor Deutschland in Cardiff 0:1 durch ein Tor von Earnshaw.
Also, nun das Fazit des Tages: Wow, was für eine coole Mannschaft Forest ist. Ich glaube, ich bin heute Fan geworden und hoffe, dass es nicht mein letzter Besuch im City Ground war.

(von oben nach unten, von lins nach rechts): 1. der City Ground von meinem Platz aus, 2. Ein Fußballspiel, 3. die hypermoderne Anzeigetafel, 4. los gehts!, 5. der Auswärtsblock, 6. der City Ground in all seiner Pracht

PS: So geil Forest auch ist… Das einzige, was wirklich zählt, sind die drei Punkte heute gegen Nürnberg!!!